Kino : Schauspielerin Monica Bleibtreu ist gestorben

Die 65-jährige Schauspielerin Monica Bleibtreu ist bereits Mittwochnacht gestorben.

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1944-2009. Monica Bleibtreu erlag einem Krebsleiden. -Foto: Getty

HamburgSie starb infolge einer langjährigen Krebserkrankung. Sie war erst am 4. Mai 65 Jahre alt geworden.

"So schlampig wie Du mit Deinem Talent umgehst, hast Du es eigentlich weit gebracht", habe jemand mal zu ihr gesagt, erzählte Monica Bleibtreu in Interviews. Erst von ihrem Sohn Moritz habe die gefragte Mimin, die am 4. Mai 65 Jahre alt wurde, gelernt, dass man den Ruhm auch als Bereicherung erfahren kann. "Ich hatte immer Angst vor Erfolg. Wenn es danach gerochen hat, war ich schon wieder weg." Sohn Moritz entstammte aus einer Beziehung mit ihrem Kollegen Hans Brenner.

Es war der Kinoerfolg "Lola rennt" (1998), in dem Monica Bleibtreu gemeinsam mit ihrem Sohn vor der Kamera stand, der die Schauspielerin wieder ins Rampenlicht zurückkehren ließ. Seitdem gehörte die temperamentvolle Frau und eigenwillige Charakterdarstellerin zu den gefragtesten TV-und Kino-Schauspielerinnen des Landes, drehte Jahr für Jahr mindestens einen Film. So war sie die Helene Weigel in "Abschied - Brechts letzter Sommer" (2000), spielte das mütterliche Familienoberhaupt in "Die Manns" (2001) von Heinrich Breloer, gab im selben Jahr eine brummige Bäuerin in "Verlorenes Land", später eine vom Krebs gezeichnete Frau in "Marias letzte Reise" (2005) und eine 80-jährige Klavierlehrerin in "Vier Minuten" (2006).

Schon in den 60er Jahren übernahm Bleibtreu kleinere Rollen in TV-Produktionen, 1969 besetzte sie Franz Peter Wirth im Fernsehspiel "Change", 1972 folgte ihr Kinodebüt mit "Ludwig - Requiem für einen jungfräulichen König" - und die Goldene Kamera. Die Absolventin des Max-Reinhardt-Seminars konnte da bereits auf jahrelange Erfahrungen an bedeutenden Bühnen wie dem Burgtheater Wien, dem Schauspielhaus Zürich und dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg zurückblicken. Schon früh war ihr Weg in das Metier vorgezeichnet: Die gebürtige Wienerin entstammt einer Theaterdynastie und war bald selbst auf der Bühne ihres Vaters zu sehen. "Für meinen Vater stand immer fest, dass ich Schauspielerin werde, deswegen habe ich auch schon früh angefangen."

Ihre Wandlungsfähigkeit bescherte der in Hamburg und Wien lebenden Künstlerin gerade in jüngster Zeit zahlreiche Auszeichnungen bis hin zum renommierten Grimme-Preis.  (sp/dpa)

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