Kino : Zurückgebeamt

"Star Trek – die Zukunft beginnt": Kirk und Spock sind ein galaktisches Traumpaar.

Nadine Lange

Der Mann nervt. Hektisch stürmt er auf die Brücke der U. S. S. Enterprise und brabbelt etwas von einem bevorstehenden Romulaner-Angriff. Eigentlich dürfte dieser James T. Kirk (Chris Pine) gar nicht hier sein. Er ist ein blinder Passagier – aber leider hat er recht: Der gesichtstätowierte Weltraum-Schurke Nero (Eric Bana) greift den Planeten Vulkan an. Das ist die Heimat von Spock (Zachary Quinto). Und so ist dieser gezwungen, mit dem rebellischen Kirk zusammenzuarbeiten, mit dem er seit ihrer ersten Begegnung immer nur Ärger hatte.

Kirk und Spock – ein galaktisches Traumpaar. Seit Mitte der Sechziger hatten sie im All für Ordnung gesorgt und waren in den Neunzigern von Captain Picards Crew abgelöst worden. Insgesamt sechs Fernsehstaffeln und zehn Kinofilme hat die „Star Trek“-Serie hinter sich, wobei sie in den letzten Folgen ziemlich ins Trudeln geriet. Eigentlich war sie bereits ein Haufen Weltraumschrott.

Umso überraschender nun der Neustart unter der Regie von J. J. Abrams, der sich vor allem als Produzent von TV-Serien wie „Lost“ hervorgetan hat. Er greift zu einem beliebten Wiederbelebungstrick: dem Prequel. Wie schon im Falle von „Star Wars“, „James Bond“ und kürzlich „X-Men Origins: Wolverine“ spielt die Handlung zeitlich vor der ersten Folge. Das hat den Vorteil, dass die Besetzung verjüngt werden kann und den Nachteil, dass stets Plausiblitäts- und Kontinuitätsprobleme entstehen.

Letztere umschifft „Star Trek – Die Zukunft beginnt“ durch einen nicht ganz einfach zu durchschauenden Zeitreise- Schlenker. Ansonsten überzeugt der Neustart auf der ganzen Linie: Die Geschichte ist konzentriert inszeniert, wobei J. J. Abrams eine gute Balance zwischen Respekt vor dem Stoff und sanfter Aufpolierung gelingt. So ist natürlich die bekannte Multikulti-Crew aus Uhura, Checkov, Doktor McCoy, Sulu und Scottie wieder mit an Bord. Ihre Eigenschaften, Sprüche und Gesten sind beiläufig und witzig eingeflochten, was die Fan-Reflexe kitzelt, ohne anbiedernd zu wirken. Dass sich Uhura in Spock verliebt, ist eine ebenso hübsche Neuerung wie der extreme russische Akzent des noch sehr jungen Checkov. Ein weiterer Trumpf: Original- Spock Leonard Nimoy hat einen Gastauftritt und grüßt noch einmal mit: „Lebe lang und in Frieden.“ Toll. Nadine Lange

In 21 Berliner Kinos

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