Komödie : Über Funk

"Zufällig verheiratet" zeigt, dass Uma Thurman eines nachweislich nicht ist: eine Komödiantin.

Martin Schwickert
Thurman
Uma Thurman -Foto: Disney

Nichts gegen Uma Thurman. Als Covergirl von „Pulp Fiction“ und Kampfamazone in „Kill Bill“ wird sie zweifellos in die Filmgeschichte eingehen. Vielleicht hätte die hochgewachsene Schauspielerin sogar das Zeug zur Diva, wenn Hollywood noch Verwendung für Leinwandgöttinnen hätte. Aber eines ist Uma Thurman nachweislich nicht: eine Komödiantin. Was sie in Filmen von „Eine Couch in New York“ bis zu „Super-Ex“ hinreichend unter Beweis gestellt hat, wird nun mit Griffin Dunnes „Zufällig verheiratet“ nachdrücklich bestätigt.

Thurman spielt die Psychologin Emma Lloyd, die in einer Radio-Talk-Show beziehungsgeschädigten New Yorkerinnen mit Ratschlägen zur Seite steht. Als Patrick (Jeffrey Dean Morgan) von seiner Verlobten auf Anraten der Rundfunkpsychologin in die Wüste geschickt wird, will der Feuerwehrmann sich rächen. Er hackt sich in die Datenbank des Standesamtes ein und verheiratet sich mit Emma, die ihrerseits kurz davor ist, den Verleger Richard (Colin Firth) zu ehelichen. Eigentlich will Patrick der Radiozicke nur eine Lektion erteilen.

Als Emma mit den Annullierungspapieren anrückt, geschieht das Unfassbare: Die Seelenklempnerin verliebt sich in den Brandbekämpfer! Nun ist ein überschaubarer Plot kein Verbrechen. Aber die krude Weise, mit der Dunne das konstruierte Gegensatzpaar verstrebt, ist abgeschmackt. Die kontrollsüchtige Karrierefrau wird vom charmanten Proletarier zwecks Herzensbildung in die Abgründe der emotionalen Verunsicherung geführt – das dürfte der 256.Wiederbelebungsversuch von Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ sein.

Arme Uma. Wie sie sich in dieser flachromantischen Komödie abmüht! Ihre Emma muss besoffen auf die Tischkante knallen und fortan mit einer Platzwunde herumlaufen. Man möchte ihr das Samurai-Schwert in die Hand drücken, damit sie diesem unwürdigen Treiben ein Ende bereitet – doch da Thurman hier auch noch ihr Debüt als Produzentin gibt, hat sie das Elend selbst zu verantworten.

In 18 Berliner Kinos, Originalfassung

im Cinestar Sony-Center

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