Krimi : Killshot: Wer gegen wen?

One-Man-Show: Mickey Rourke überzeugt in "Killshot" als Exterminator, der seinem Gewerbe mit einer gewissen Müdigkeit nachgeht.

Martin Schwickert

Keine Spuren. Keine Zeugen. Der Auftragskiller Blackbird (Mickey Rourke) ist ein Mann mit Prinzipien. Seit Jahrzehnten arbeitet er für die Mafia in Toronto. Nun will sich der betagte Hitman zur Ruhe setzen, als er auf den Nachwuchskriminellen Richie Nix (Joseph Gordon Levitt) trifft. Gegen alle Vernunft lässt sich Blackbird darauf ein, mit dem Hitzkopf einen Immobilienmakler zu erpressen. Der erste Schutzgeldtermin endet im Fiasko. Carmen (Diane Lane) und Wayne Colson (Thomas Jane) erkennen die beiden flüchtenden Täter und werden vom FBI via Zeugenschutzprogramm nach Missouri umgesiedelt. Im unfreiwilligen Exil versucht das kriselnde Ehepaar seine Beziehungstrümmer neu zu ordnen, während das ungleiche Killer-Duo langsam ihre Spur aufnimmt.

„Killshot“ ist die Verfilmung eines Pulp-Krimis von Elmore Leonard, der schon die Vorlagen für „Jackie Brown“, „Schnappt Shorty“ und „Out of Sight“ lieferte. Da wirkt der Regie-Auftrag an den Briten John Madden („Shakespeare in Love“) äußerst ungewöhnlich. Aber die Begegnung der Gegensätze entwickelt zunächst durchaus Qualitäten. „Killshot“ badet nicht in ultracoolen Gesten und besteht auf differenzierten Charakteren. Vor allem Mickey Rourke, der zuletzt in „The Wrestler“ brillierte, überzeugt als Exterminator, der seinem Gewerbe mit einer gewissen Müdigkeit nachgeht.

Doch der Film ging durch allerlei Hände und wurde mehrfach umgeschnitten, und das merkt man ihm an. Nebenfiguren wie Rosario Dawsons Ganovenbraut oder auch der Beziehungskonflikt zwischen den Eheleuten bleiben schemenhaft. Maddens Ambitionen, das Genre gegen den Strich zu bürsten, wurden offensichtlich wieder gestutzt. Dabei hätte „Killshot“ gerade durch die Mischung zwischen Gefühl und Härte aus dem üblichen Killer-Thriller-Format herausragen können, in das sich der Film nun etwas ungelenk einreiht. Martin Schwickert

In sechs Kinozentren; OV im Cinestar SonyCenter

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