Männer im Wasser : Ganz oder gar nicht mit Wasserballett

Die Komödie "Männer im Wasser" gehört zu jener Art von Filmen, die mit einer einzigen Idee auszukommen scheinen. Es geht um Wasserballett - für Männer.

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Eigentlich sollte es nur ein Gag für die Hochzeitsfeier eines Freundes sein. Die gesamte Altherren-Mannschaft des Hockey-Vereins schlüpft in die Badeanzüge der Ehefrauen und übt im Tuntenoutfit eine Vorführung im Synchronschwimmen. Das Video ist ein voller Erfolg, und eine reiche Dame lädt den lustigen Herrenclub zu einer Vorführung im heimischen Swimmingpool. Doch die vornehmen Gäste können mit der Selbstironie der Sportsfreunde nichts anfangen, und die Aufführung endet in einem peinlichen Desaster.

Für Frederik (Jonas Inde) folgt daraus: Das Team muss sich professionalisieren und selbstbewusst in die Frauendomäne des Synchronschwimmens einbrechen. Die Kumpel sind skeptisch, aber bald findet Frederik heraus, dass es in den dreißiger Jahren sogar eine schwedische – männliche! – Nationalmannschaft im Synchronschwimmen gab. Also will Frederik bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft in Berlin mit seinen Freunden den Titel holen.

„Männer im Wasser“ gehört zu jener Art von Filmen, die mit einer einzigen Idee auszukommen meinen. Hier wird ein Haufen Männer in die Kunst des Wasserballetts eingewiesen. Unübersehbar lehnt sich Regisseur Måns Herngren an die britische Komödie „Ganz oder gar nicht“ an, in der eine Gruppe englischer Arbeitsloser eine Striptease-Show einstudierte. Allerdings fehlt dem skandinavischen Nachahmungswerk der proletarische Charme und das genaue Gespür für das soziale Milieu, das die Vorlage auszeichnete.

Etwas bemüht wirken die Versuche, der Hauptfigur noch eine gescheiterte Ehe und die Versöhnung mit der eigenen Tochter anzudichten. Jonas Inde spielt den arbeitslosen Journalisten nicht als sympathischen Chaoten, sondern als hyperaktive Nervensäge. Allzu flach sind auch die Szenen, in denen die Männer ihr Selbstbild, ihre weibliche Seite oder gar ihr Verhältnis zu Homosexualität und Pediküre erkunden. Hinzu kommt eine Synchronisation, die mit ihrer komödiantischen Übersteuerung jegliche Finesse zerstört.
Cinemaxx, Delphi, FT Friedrichshain, Kulturbrauerei, Yorck; OmU im fsk

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