Porträt Sofia Coppola : "Ich kann es nicht glauben. Ich bin so stolz"

Mit dem Filmemachen ging es für Sofia Coppola los, bevor sie laufen konnte. Ihr Vater Francis Ford Coppola ließ sie in „Der Pate“ ein Baby darstellen, das getauft wird.

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Sodia Coppola erhält den goldenen Löwen in Venedig.
Sodia Coppola erhält den goldenen Löwen in Venedig.Foto: dpa

Auch in den beiden Fortsetzungen war sie wieder dabei – im „Paten III“ sogar als Michael Corleones Tochter Mary. So ist das, wenn man ins Filmgeschäft hineingeboren wird. Dazu gehört auch eine gewisse Heimatlosigkeit. „Ich bin in Hotels aufgewachsen,“ sagt die heute 39-jährige Regisseurin, die ihren Vater auf der ganzen Welt zu Dreharbeiten begleitete. Sie fand es spannend, mit ihren drei Geschwistern die anderen Gäste zu beobachten.

Ihre Erfahrungen aus der Hotelwelt und aus der Filmwelt sind in ihren neuen, vierten Spielfilm „Somewhere“ eingeflossen, mit dem sie gerade den Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig gewonnen hat. Er handelt von einem ausgebrannten Hollywoodstar (gespielt von Stephen Dorff), der im Hotel „Chateau Mormont“ in Los Angeles lebt – auch hier hatte Coppola einst mit ihrem Vater gewohnt. Im Film kommt die elfjährige Tochter des Stars zu Besuch und löst bei ihm einen fundamentalen Wandel aus.

Es ist bereits Sofia Coppolas zweiter Hotelfilm, der sich um einen müden Schauspieler dreht: In „Lost in Translation“, ihrem bisher größtem Erfolg, spielte der phänomenale Bill Murray einen Filmstar, der in Tokio Whisykwerbung macht und im Hotel eine bezaubernde Seelenverwandte (gespielt von Scarlett Johansson) findet. Für das Drehbuch dieses melancholischen Meisterwerks bekam Coppola 2003 den Oscar.

Geboren wurde sie 1971 in New York als jüngstes Kind der Coppolas. Sie ist Teil einer kreativen Prominenten-Familie. So sind etwa die Schauspieler Nicolas Cage und Jason Schwartzman ihre Cousins. Vier Jahre lang war sie mit dem Regisseur Spike Jonze („Adaptation“) verheiratet. Inzwischen hat sie zwei Töchter mit Thomas Mars, dem Sänger der französischen Rockband Phoenix. Die beiden lernten sich 1999 bei der Produktion des Soundtracks zu Coppolas Debütspielfilm „The Virgin Suicides“ kennen und leben jetzt in Paris.

Bei der Preisverleihung in Venedig rief Sofia Coppola: „Ich kann es nicht glauben, ich kann es nicht glauben, es ist eine große Ehre“. Sie umarmte den Jury-Präsidenten Quentin Tarantino und sagte, der Preis sei sehr wichtig für den Film. Ein besonderer Dank gehe an die Eltern, vor allem an den Vater, „der mir alles beigebracht hat“.

Nadine Lange

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