Potsdam : "Vater des DDR-Dokfilms" Karl Gass gestorben

Der Mitbegründer der Internationalen Leipziger Dokumentarfilmwoche starb im Alter von 91 Jahren in seinem Wohnort Kleinmachnow. Sein Lebenswerk umfasst rund 120 Arbeiten.

Karl Gass Foto: ddp
Dokumentarfilmer Karl Gass. -Foto: ddp

PotsdamWie das Potsdamer Filmmuseum am Freitag mitteilte, starb Gass am Donnerstag wenige Tage vor seinem 92. Geburtstag.

Karl Gass wurde am 2. Februar 1917 in Mannheim geboren. Er studierte Betriebswirtschaft und arbeitete nach dem Krieg als Wirtschaftsredakteur beim Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR). 1948 siedelte er nach Ostberlin um. Bis 1950 leitete er die Wirtschaftsredaktion beim Berliner Rundfunk.

Vaterländischer Verdienstorden der DDR

Ab 1951 wirkte Gass zunächst als Texter und Autor für Dokumentarfilme, später auch als Drehbuchautor und Regisseur. 1954 avancierte er zum künstlerischen Leiter des Defa-Studios für Populärwissenschaftliche Filme. Von 1965 bis 1968 lehrte Gass Dokumentarfilm an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR in Potsdam.

Gass gründete die Internationale Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche sowie das Nationale Festival für Dokumentar- und Kurzfilme der DDR mit. Er saß im Präsidium des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden der DDR und erhielt nationale und internationale Auszeichnungen. 1985 bekam er den Nationalpreis sowie den Vaterländischen Verdienstorden der DDR. Seit 1990 arbeitete Gass als Buchautor. Er drehte insgesamt weit über 80 Dokumentarfilme in eigener Regie. (ut/ddp)

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