Kino : Regisseur Emmerich plant Rückkehr nach Deutschland

MünchenDer Filmemacher Roland Emmerich will nach
Deutschland zurückkehren. «Berlin könnte ich mir gut vorstellen»,
sagte der 52-Jährige am Freitag der Nachrichtenagentur ddp in
München. «Ich habe da viele Freunde.» Die Pläne seien zwar noch nicht
konkret, doch der Wunsch sei da.

   Vor 15 Jahren feierte der Regisseur («Independance Day»,
«Godzilla», «The Day After Tomorrow») in Hollywood seinen Durchbruch,
seit vier Jahren lebt er in England. Am meisten vermisse er seine
Muttersprache. «Mir ist klar geworden, dass mein Deutsch nicht mehr
so gut ist», berichtete Emmerich. «Außerdem will ich immer was Neues
erleben.» Da er jetzt sowieso in Europa sei, könne er sich auch
gleich eine Wohnung in Berlin kaufen.

   Beruflich will der Regisseur verstärkt junge Talente fördern. «Ich
möchte etwas zurückgeben", sagte Emmerich. Den Anfang hat er gerade
mit dem Spielfilm «Trade» über Sexsklaverei in Mexiko und den USA
gemacht. Das Drama feiert auf dem Münchner Filmfest Europapremiere.
Eigentlich wollte Emmerich es selbst drehen, dann kam ihm allerdings
etwas dazwischen - und er gab das Projekt an den jungen Regisseur
Marco Kreuzpaintner ab.

   Emmerich ist nun Produzent des Films. «Ich konnte nicht am Set
dabei sein, dazu war ich dem Projekt zu nahe», berichtete er. «Ich
hätte versucht, Marco zu beeinflussen - ich hätte jeden versucht zu
beeinflussen.» Der Film sei wie ein Baby, das man nicht gerne
weggeben möchte. «Aber es war einfach notwendig», sagte er.

   «Das Projekt hat Spaß gemacht», betonte Emmerich. Künftig wolle er
öfter im Hintergrund bleiben. Er sei nun auf der Suche nach kleineren
Filmen. Einziges Kriterium: «Es müssen interessante Stoffe sein»,
betonte er. Gut könnte er einen «kleinen Science-Fiction-Film»
vorstellen, davon gebe es viel zu wenig. «Die Regel ist aber: Es gibt
keine Regel», fügte Emmerich hinzu. (mit ddp)

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