Rosa von Praunheim : "Lesbische Frauen haben es nach wie vor schwerer"

Der Filmemacher und bekennende Homosexuelle Rosa von Praunheim sieht eine zunehmend selbstbewusste Schwulenszene in Deutschland. Gleichzeitig gebe es aber immer noch starke Vorbehalten gegen lesbische Frauen.

Rosa von Praunheim
Rosa von Praunheim machte aus seiner Homosexualität nie ein Geheimnis. -Foto: ddp

Berlin Nach der Wahrnehmung des Filmemachers verhalten sich die Frauen auch im Gegensatz zu männlichen Homosexuellen meist viel ängstlicher: "Hier sieht es viel trauriger aus", sagte Praunheim anlässlich seines 65. Geburtstages am 25. November. Ein offenes Umgehen mit dem Thema sei auch bei prominenten Frauen eher noch die Ausnahme. "Beim Frauenfußball zum Beispiel ist das Outen ein klares Tabu." Praunheim, der 1991 einen Skandal mit dem öffentlichen Outing von Prominenten auslöste, hat gerade einen Film über "Tote Schwule und lebende Lesben", unter anderem mit Maren Kroymann gedreht. Er hofft, dass er auf der kommenden Berlinale im Februar gezeigt werden kann.

Praunheim rebellierte bereits 1971

Generell sei ein Bekenntnis zur Homosexualität in den letzten Jahren vor allem für Männer aber leichter geworden, meint der Filmemacher, der mit seinem Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt" 1971 Furore machte. Dazu habe nicht zuletzt auch der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) mit seinem offenen Bekenntnis "Ich bin schwul und das ist auch gut so" beigetragen. Er sei für die Schwulenbewegung "eine sehr wichtige Symbolfigur", weil er für eine größere Offenheit und Ehrlichkeit auch prominenter Personen im Umgang mit der Homosexualität stehe, auch wenn es immer noch zu wenige seien, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekennen würden.

"In der Politik, in der Wirtschaft und im Sport sieht es nach wie vor schwierig aus, im Fußball ist es ein regelrechtes Tabuthema." Besser sei es im Showbusiness, weil Künstler generell damit lockerer umgingen. "Hier sind es vor allem Narren wie die Comedians, die offener damit umgehen, denen es wohl auch mehr zugestanden wird." (mit dpa)

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