Streit um ''Keinohrhasen'' : Hat Schweiger die Anmeldung seines Films verschlafen?

Til Schweiger ist sauer. Der Schauspieler und Produzent wirft der Deutschen Filmakademie vor, seine Erfolgskomödie "Keinohrhasen" bei der Vorauswahl zum Deutschen Filmpreis übergangen zu haben. Doch die Akademie gibt den Schwarzen Peter zurück.

Schweiger
Til Schweiger und die Deutsche Filmakademie zeigen sich unversöhnlich. -Foto: ddp

BerlinDie Filmakademie teilte mit, der inzwischen von mehr als drei Millionen Besuchern gesehene Film "Keinohrhasen" konnte von der Vorauswahljury nicht berücksichtigt werden, weil er "trotz Erinnerung gegenüber den Produzenten nicht zum Auswahlverfahren Deutscher Filmpreis 2008 angemeldet wurde". Damit sei eine wichtige Voraussetzung für die Teilnahme am Auswahlverfahren für den höchst dotierten Kulturpreis nicht erfüllt worden. Schweiger ist bei "Keinohrhasen" gleichzeitig Produzent, Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler.

Der Streitpunkt: Wasserzeichen-Verschlüsselung

Schweigers Produzentenpartner von Barefoot Films, Tom Zickler, wies die Darstellung der Akademie teilweise zurück. Man habe mehrere Gespräche mit der Akademie geführt, um den Film einzureichen. Dies sei aber letztlich gescheitert, weil die Akademie auf die Zusendung von DVDs ohne Wasserzeichen-Verschlüsselung bestanden habe. Das Angebot, Kinokarten einschließlich Popcorn für die Juroren zu bezahlen, sei von der Akademie abgelehnt worden.

In der Erklärung der Akademie heißt es dagegen, es sei "selbstverständlich erlaubt, zum Beispiel DVDs mit Wasserzeichen einzureichen". Dies werde auch von einigen Produzenten aus Angst vor Piraterie regelmäßig praktiziert. Auch würden den DVDs für die Vorauswahljuroren und Akademie-Mitglieder gelegentlich Kinogutscheine beigelegt.

Schweiger will aus Filmakademie austreten

Im Magazin "Focus" hatte Schweiger angekündigt, wegen der Nichtberücksichtigung seines Film aus der Filmakademie auszutreten. Da "Keinohrhasen" erst am 20. Dezember 2007 gestartet sei, könne er auch am Auswahlverfahren für den Filmpreis 2009 noch teilnehmen - "wenn die Produzenten oder der Verleih den Film fristgerecht anmelden", so die Akademie. Zickler steht einer Bewerbung für 2009 wegen des Zeitverzugs skeptisch gegenüber. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen, sagte er.

Die Liebeskomödie "Keinohrhasen" belegt derzeit Platz drei der deutschen Kinocharts. Die Altersfreigabe ab sechs Jahre ist wegen Sex-Szenen und derber Sprache umstritten. Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK), überprüft, ob die Freigabe geändert wird, wie es Schleswig-Holsteins oberste Landesjugendbehörde verlangt. (smz/dpa)

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