Tom Cruise : Star als Glücksfall?

Der Oscargewinner Florian Henckel von Donnersmarck macht sich für Tom Cruise stark. Cruise als Stauffenberg-Darsteller sei ein Glücksfall, so der Regisseur. Deutschen Politikern warf er "Verbotsgeilheit" vor.

Der Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Peter Steinbach, kritisiert das Eintreten von Filmregisseur Florian Henckel von Donnersmarck für Tom Cruise als Darsteller des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Den Begriff "Übermensch" dürfe man nach der nationalsozialistischen Erfahrung nicht mehr gebrauchen, sagte Steinbach im Deutschlandradio Kultur. "Henckel von Donnersmarck sollte sich wirklich mal intensiv mit den Begriffen auseinandersetzen, die er so leichtfertig und verantwortungslos in die Welt setzt."

Der Regisseur und Oscar-Preisträger ("Das Leben der Anderen") hatte in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" geschrieben, Cruise als Stauffenberg-Darsteller sei ein Glücksfall. Dies werde das Ansehen Deutschlands mehr befördern, "als es zehn Fußballweltmeisterschaften hätten tun können". Deutschland sei jedoch "selbst der größte Star der Siegernation nicht gut genug, unseren Übermenschen Stauffenberg zu spielen, wenn dieser Star in seinen persönlichen Überzeugungen nicht ganz auf dem gegenwärtigen Kurs Deutschlands liegt". Deutschen Politikern warf er "Verbotsgeilheit" vor. Der bekennende Scientologe Cruise darf für seinen neuen Film "Valkyrie" nicht wie geplant im Berliner Bendlerblock drehen. Auch für das Polizeigelände an der Kreuzberger Friesenstraße gibt es laut einem Bericht der "Berliner Zeitung" keine Drehgenehmigung. (ddp)

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