Kultur : Klares blaues Wasser

GENERATION Kplus Hannah Klemm, elf, ist für große Kinobilder.

Foto: Berlinale
Foto: Berlinale

In „Kauwboy“ ist die Mutter von Jojo tot, in „Meeresspiegel“ wird der Vater von Pakis vermisst; später finden andere Fischer Wrackteile von seinem Boot. Im Publikumsgespräch nach dem Film hat ein Kind gefragt, warum die Leiche von Pakis’ Vater nicht gezeigt wurde, aber das fand ich dämlich.

Der Vater von Jojo will nicht über die Mutter sprechen und die Mutter von Pakis nicht über den Vater. Aber die Kinder wollen das. In „Kauwboy“ gibt es eine Szene, wo Jojo den Geburtstag der Mutter feiern will und immer lauter Happy Birthday singt, obwohl der Vater das nicht will – das fand ich gut.

Trotzdem hat mir „Meeresspiegel“ besser gefallen, denn da waren die schöneren Bilder. Der Film spielt in einem Fischerdorf in Indonesien. Man hat klares, blaues Wasser und bunte Fische gesehen, und die Holzhäuser im Meer sahen sehr interessant aus. In „Kauwboy“ versteht man alles sofort, denn der Film spielt in den Niederlanden, da ist alles ähnlich wie bei uns. In „Meeresspiegel“ gibt es einiges zum Nachdenken, weil sich die Menschen dort zum Teil anders verhalten. Warum bemalt sich zum Beispiel die Mutter von Pakis das Gesicht weiß – aus Trauer um den Vater?

Pakis hat einen Freund, Lumo, und Jojo hat eine Freundin, Yenthe. Lumo hält zu Pakis und achtet auf sein Aussehen, um ihr zu gefallen. Er engagiert sogar einen Freund, mit dem zusammen er für sie singt. Es gibt eine Szene, wo er mit ihr ablacht, das war witzig.

Yenthe ist einen Kopf größer als Jojo. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander und verstehen sich, ohne über Jojos Problem zu reden. Die Freunde sind wichtig, weil sie sich um Jojo und Pakis kümmern. Das ist gut.

In „Kauwboy“ fand ich es natürlich nicht schön, dass Jojos zahme Dohle gestorben ist – aber die lustigen Szenen oder die, wo Jojo sich durchgesetzt hat, hab’ ich mir mehr gemerkt als die traurigen.

„Meeresspiegel“ ist der traurigere Film von beiden. Pakis und ihre Mutter haben oft unglücklich geguckt. Allerdings waren dazwischen immer wieder lustige Szenen. Auf jeden Fall ist das ein schöner Film. Und es ist etwas ganz Besonderes zu sehen, wie Menschen in einem anderen Land leben, das bekommt man normalerweise im Kino nicht zu sehen. Das fand ich schön. Es ist nicht immer was passiert, aber ich fand es immer spannend.

Aufgeschrieben von Susanna Nieder.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben