Kultur : Klassik Weimar: Mehr Geld, mehr Stellen

Der Stiftungsrat der Klassik Stiftung Weimar hat auf seiner Sitzung am Mittwoch in Erfurt weitreichende Entscheidungen getroffen. So wird der Marbacher Germanist Bernhard Fischer neuer Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs. Der 1956 geborene Fischer – seit 15 Jahren Leiter des Cotta-Archivs im Deutschen Literaturarchiv Marbach – wird Nachfolger von Jochen Golz, der im März aus Altersgründen ausschied. Das zum klassischen Weltkulturerbe gehörende Goethe- und Schiller- Archiv ist das älteste Literaturarchiv Deutschlands und besitzt mehr als 120 Nachlässe von Schriftstellern, Gelehrten, Philosophen, Komponisten und Künstlern. Zu den größten Schätzen zählt Goethes „Faust“-Handschrift.

Aufgehoben hat der Stiftungsrat alle Stellensperrungen. Etwa 25 Stellen in der zweitgrößten Kulturstiftung Deutschland sind zur Zeit unbesetzt. Präsident Hellmut Seemann will bei den Ausschreibungen den Schwerpunkt auf Neubesetzungen in der Anna-Amalia-Bibliothek legen, die im Herbst wiedereröffnet werden soll. Ferner beschloss der Stiftungsrat den Bau des seit Jahren geforderten Zentraldepots vom Jahr 2008 an. Der Stiftungsrat der zweitgrößten deutschen Kulturstiftung hat zudem ein Forschungskonzept beschlossen. Schwerpunkt ist der Aufbau eines Zentrums für Klassikforschung. Erstmals werden zudem konkrete Summen für die Erhaltung von Archivalien und Grafiken der zum klassischen Weltkulturerbe gehörenden Einrichtungen bereitgestellt. Das Goethe- und Schiller-Archiv als ältestes Literaturarchiv in Deutschland erhält bis 2015 jährlich 125 000 Euro zur Restaurierung von Handschriften. Die Museen, darunter das Goethe-Nationalmuseum, bekommen pro Jahr 512 000 Euro.

Die erhofften Aussagen zu einer Budgeterhöhung der bei steigenden Tarifen immer stärker unterfinanzierten Stiftung blieben jedoch aus. Seemann hatte zuvor von einem Finanzloch von mehr als drei Millionen Euro gesprochen. dpa/BS

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