Kultur : Klassik: Wind aus Osten

Sybill Mahlke

Posaunen zerlegen im Raum: Das ist mehr als ein Scherz, weil es einen Blick hinter die Kulissen des Instruments gestattet. Das Publikum ist amüsiert von dem musikalischen Sehstück "Bolo". Aber wichtiger erscheint der Wohlklang, den die Posaune erreicht, die weiche Stimme, die sie gibt. Vier Musiker haben sich zum Orchesterquartett zusammen getan, aktive und werdende Berliner Philharmoniker: Unter der Führung des "Hanns Eisler"-Rektors Christhard Gössling sind Olaf Ott, Stefan Schulz und Hermann Bäumer Meister ihres Posaunenfachs, Lehrer zumeist auch, ohne dass ihr Spiel ein Flair von Professorenmusik hätte. Kompositionen von Flor Peeters und Andresen stehen alten Chorälen nahe, so dass im Kleinen Saal des Konzerthauses eine Aura von Turmblasen entsteht. Bei Heinrich Isaacs "Innsbruck ich muss dich lassen" ist es schade, wenn man sich auf eine Strophe beschränkt: Erstens, weil die Musik so schön ist, zweitens aus formalem Grund. Das Strophenlied wird aphoristisch unter Preis verkauft.

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