Kultur : KLASSIK

JOSEFINE JANERT

Welche Farbe hat wohl g-Moll? Gerade bei diesem naßkalten Herbstwetter verströmt diese Tonart eine vermeintlich anheimelnde Wärme.Der Malerin Ruth Tesmar sind zum Thema g-Moll vor allem kugel- und halbkugelförmige Figuren eingefallen.Ihre sechs Improvisationen hält sie in sattem Braun, weichem Grün und gedecktem Türkis.Doch haben Tonarten wirklich ein bestimmtes Wesen, das über die Jahrhunderte hinweg in den verschiedenen Kompositionen nachzuweisen ist? Darüber streiten sich die Musiktheoretiker.Mit einer fünfteiligen Orgelreihe will die Humboldt- Universität in diesem Semester einen Beitrag zur Diskussion leisten.Zu den g-Moll- Improvisationen der Kunst-Professorin Tesmar spielte der Universitätsmusikdirektor und g-Moll-Kenner Constantin Alex am Mittwoch Präludien und Fugen von Dietrich Buxtehude bis zu Marcel Dupré.Der g-Moll-Grundgedanke schien die älteren Stücke mit ihren feinen, kunstvollen Formen und die munter-spielerische Musik des 20.Jahrhunderts zu vereinen.Die Tonart gibt sich mal melancholisch, mal vergnügt.Steigert sie sich an einer Stelle zu Sehnsucht, plätschert sie woanders heiter dahin.Und wie steht es mit den anderen Tonarten? Der Komponist Georg Joseph Vogler ordnete As-Dur dem "plutonischen Reiche" zu, Es-Dur der Nacht, B-Dur der Dämmerung und F-Dur der "Meerstille".Doch bis man an der Humboldt-Uni bei Dur angekommen ist, dauert es noch bis Februar.Am 18.November, 20 Uhr, wird der Berliner Organist Peter Schwarz erst einmal e-Moll vorstellen.Karten für das Konzert im Reutersaal, Bauhofstraße 9, gibt es an der Abendkasse oder unter 20 93 27 19.

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