KLASSIKER„Henry Moore und die Landschaft“ : Plastik im Park

Christina Tilmann

2007 ist das Jahr der Skulptur. Sei es, dass die Fine Art Fair Frankfurt sich unter ihrem Chef Michael Neff im Frühjahr ganz auf eine Skulpturen-Präsentation verlegte, sei es, dass sich die alle zehn Jahre stattfindenden Skulptur-Projekte in Münster unter Leitung von Kasper König gerade als das entspannteste und konzentrierteste Kunstevent dieses Superlativ-Sommers erweisen. Auch das Kolbe-Museum hat mit „Die Macht des Dinglichen – Skulptur heute“ schon Gespür für den Trend bewiesen.

Das Haus am Waldsee hingegen, das zuletzt mit Ausstellungen zu Florian Slotawa und Thomas Rentmeister einen guten Blick für spannende zeitgenössische Skulptur-Künstler bewiesen hat, greift in diesem ganz der zeitgenössischen Kunst gewidmeten Sommer auf einen Klassiker zurück – zumal einen, der mit der Geschichte des Hauses besonders verbunden war. Der Bildhauer Henry Moore hatte 1951 seine allererste Einzelausstellung im Haus am Waldsee. Der Schöpfer monumentaler Frauenfiguren hatte ohnehin eine besondere Beziehung zu Berlin: Viele seiner Werke wurden in der Berliner Bronzegießerei Noack gegossen. Nun sind unter dem schönen, für das in parkähnlicher Landschaft gelegene Haus so passenden Titel „Henry Moore und die Landschaft“ rund 35 plastische Werke sowie 50 Zeichnungen, zumeist aus dem Spätwerk von 1961 bis 1980, versammelt. Ergänzt werden sie durch eine Plastik von Moores erster deutscher Assistentin, Brigitte Matschinsky-Denninghoff sowie einigen „Hörstücken“ des österreichischen Komponisten Peter Ablinger. Auf dass der Dialog über die Jahre funktioniere. Christina Tilmann

Haus am Waldsee, bis So 21.10., tägl. 11-18 Uhr,

4 €, erm. 3 €

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