Kultur : Klassische Eröffnungsangebote

Jörg Königsdorf

wünscht sich ein Berliner Opernfest Zwar agieren sie schon seit einem Dreivierteljahr unterm gemeinsamen Stiftungsdach, aber in der Praxis laufen die Koordinationen der Berliner Opernhäuser offenbar doch noch nebeneinander her. Um Gemeinsamkeit zu demonstrieren, wäre beispielsweise ein gemeinsames Saisoneröffnungsfest eine schöne Idee gewesen – auch weil der schleppende Spielzeitbeginn ein gemeinsames Problem ist. Doch damit solche Ideen Realität werden, muss wohl erst der Posten des Stiftungschefs besetzt werden, was nach Zusicherung des Kultursenators ja bis Jahresende geschehen soll.

Bis dahin aber werkelt jedes Haus für sich allein und versucht, das Publikum darauf aufmerksam zu machen, dass der Vorhang wieder hochgeht: Den Anfang macht die Staatsoper mit einer geschickten Kombi aus Stars und Kulturpolitik: Am Dienstag unterzeichnet Daniel Barenboim ein Kooperationsabkommen mit dem Opernhaus seiner Geburtsstadt Buenos Aires, dem Teatro Colón, tags drauf steht er selbst beim „Fidelio“ am Pult und dirigiert eine mit Waltraud Meier, Johan Botha und René Pape festivalträchtig bestückte Sängerriege (noch einmal am 4.9.). Die Deutsche Oper trumpft vom 9. bis 15. September sogar mit einer ganzen „Festwoche“ auf: Die konzertante Eröffnung mit Rossinis Kurzoper „Equivoco stravagante“ wird mit Führungen, Künstlergesprächen, Kostümverkauf und einem Biergarten zum Opernvolksfest ausgeweitet. Abgeschlagen allein die Komische Oper : Eigentlich wollte Intendant Andreas Homoki jede Spielzeit mit einem Premierenpaukenschlag eröffnen – doch diesmal gibt’s zum Start am 3.9. nicht mal eine ganze Oper, sondern „nur“ ein Sinfoniekonzert – nicht mal mit dem Chef Kirill Petrenko, sondern mit dem GastVassily Sinaisky am Pult.

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