Kultur : Klee

Diese Woche auf Platz 56 mit: „Zwischen Himmel und Erde“

Ralph Geisenhanslüke

Sie heißt Suzie Kerstgens, lebt in Köln, aber in ihren Songs scheint sie barfuß auf einer inneren Sommerwiese zu wandeln. Ihre Band trägt den Namen Klee, was Assoziationen in Richtung Biologie oder Kunstgeschichte auslöst. Doch Klee sind alles andere als prätentiös. Suzie singt Deutsch, die Hauptpersonen in ihren impressionistischen Texten heißen „Ich“ und „Du“. Das parolenhafte „Wir“ meidet sie. Auch deshalb wurde die Band in ihrer Heimatstadt Xanten auf Anhieb über den grünen selbigen gelobt.

Klee begannen vor fünf Jahren als Trio. Der Grund war ein Autounfall, bei dem Suzies Mitstreiter, Tom Deininger und Sten Servaes, schwer verletzt wurden. Sie tauschten den Probenraum gegen den Computer. In der Folge haben Klee schöne Kooperationen mit Kölner Elektronikern wie The Modernist und Erdmöbel eingespielt. Auch eigene Stücke, besonders der Hit „Erinner Dich“ oder der situationistisch-verschlonzte Party-Knaller „Nicht Immer Aber Jetzt“ wurden als Elektropop wahrgenommen.

Mittlerweile sind wieder alle gesund, man agiert fünfblättrig mit Drummer und Bassist, ohne Rechner. Die Klee-Fee singt weiter schwerelose Songs, in die mittelalte Gemütsmenschen sich bedenkenlos fallen lassen können. Ihre Musik, inspiriert, aber nicht kopiert von The Cure oder New Order kündet nun immer offenherziger von der Liebe zum schlichten Song. Und der zum schlichten Gericht, zu Himmel un Ääd, dem rheinischen Nationalgericht aus Kartoffeln, Äpfeln und Blutwurst. Ist eben alles organisch gewachsen.

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