Kultur : Klimakonferenz in Bonn: Auf gutem Weg: Die deutsche Klimabilanz

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Die Europäische Union muss ihre Treibhausgas-Emissionen bis 2012 um acht Prozent gegenüber 1990 reduzieren. Innerhalb der EU wurden diese Pflichten unterschiedlich verteilt. So darf beispielsweise Griechenland seinen Ausstoß sogar noch erhöhen. Das anspruchsvollste Ziel hat Deutschland übernommen. Bis 2005 soll der Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) um 25 Prozent gegenüber 1990 sinken.

Im vergangenen Jahr lag die deutsche Reduktionsquote bei minus 15,9 Prozent gegenüber dem Jahr 1990. Nur Luxemburg war besser. Das Land reduzierte seine Treibhausgas-Emissionen um sagenhafte 58,2 Prozent. Allerdings ist Luxemburg auch klein. Da reicht schon die Umstellung eines Kohlekraftwerks auf Gas, um anspruchsvolle Klimaziele zu erreichen.

Zum Thema Rückblick: Der gescheiterte Klimagipfel in Den Haag In Deutschland war bisher vor allem die Industrie erfolgreich. Sie reduzierte ihren CO2 Ausstoß um 31 Prozent. Allerdings nahmen die Emissionen aus privaten Haushalten und dem Verkehr um sechs, beziehungsweise 11,1 Prozent gegenüber 1990 zu. Damit das Ziel dennoch erreicht werden kann, hat die Regierung ein Klimaschutzprogramm beschlossen. Bestandteile sind die Öko-Steuer, das 100 000-Dächer-Programm zur Förderung von Solarstromanlagen und die Förderung von schwefelfreien Kraftstoffen. Große Erwartungen verbindet die Regierung mit dem Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, also der gleichzeitigen Erzeugung von Wärme und Strom. Die Energiesparverordnung und ein Förderprogramm, das die Wärmedämmung von Altbauten mitfinanziert, sollen den CO2

Ausstoß privater Haushalte mindern. Die größte Schwachstelle ist der Verkehr. Denn außer einer massiven Förderung der Deutschen Bahn und einer Schwerverkehrsabgabe, die erst in der nächsten Legislaturperiode eingeführt werden soll, gibt es bisher kaum Ideen, wie die Emissionen aus dem Verkehr eingedämmt werden könnten.

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