Kultur : Klimmts Rücktritt: Nun geht es um Klimmts Zukunft an der Saar

Robert Birnbaum

In Saarbrücken herrscht am Donnerstag das große Schulterzucken. Kann Reinhard Klimmt Chef des SPD-Landesverbands bleiben, nachdem ihn die Affäre um die Finanzierung des 1. FC Saarbrücken in Berlin das Ministeramt gekostet hat? Kann er nicht, sagen auch Klimmt-Anhänger in der Landtagsfraktion. Muss er selbst sagen, sagt SPD-Generalsekretär Rainer Tabillion, der seinem Vorsitzenden in den letzten Tagen noch wortstark die Stange gehalten und eine "Hetzkampagne" in Berlin ausgemacht hatte. Nichts zu alledem sagt Heiko Maas. Der 34-jährige Fraktionschef gilt schon länger als Anwärter auf die Klimmt-Nachfolge an der Spitze der Saar-SPD und als denkbarer Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2004. Mehr weiß man spätestens an diesem Freitagabend. Dann tagt turnusgemäß der SPD-Landesvorstand.

Noch ausgeprägter das Schulterzucken bei der CDU-Landesregierung. Den Sponsoring-Vertrag für den 1. FC Saarbrücken, den die Justiz als Scheinvertrag wertet, hat nicht nur der damalige Vereinspräsident Klimmt unterschrieben, sondern offenbar auch sein damaliger Vize Klaus Meiser. Der Christdemokrat ist heute Innenminister. "Derzeit keinen Handlungsbedarf" sieht der Regierungssprecher. Das kann sich bald ändern. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat beantragt, Meisers Immunität aufzuheben; nächsten Mittwoch dürfte der Landtag darüber entscheiden. Wie es um Meisers Schicksal bestellt ist, wenn auch gegen ihn demnächst ein Strafbefehl ergehen sollte, darüber herrscht zumindest in der Berliner CDU-Zentrale kein Zweifel: Falls die Dinge vergleichbar lägen, verkündete der designierte CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer schon, dann werde er sich über Meiser genau so äußern wie jetzt über Klimmt.

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