Kultur : Klinke in der Hand

ULF MEIER

Nicholas Grimshaw ist nicht nur prominenter Architekt, sondern auch passionierter Industriedesigner.Die Werke des Londoners, der mit seinem Entwurf für das Ludwig-Erhard-Haus in der Berliner Fasanenstraße für Aufsehen gesorgt hat, stellt Aedes East als "Fusion - an exhibit of industrial design" vor.Nicholas Grimshaw and Partner (NGP) entwickeln mit offensichtlicher Freude Straßenmöbel, Beschilderungssysteme, Telefonkabinen, Beschläge und Leuchten.Teils entstehen sie im Kontext seiner Architekturentwürfe, teils handelt es sich um Drittaufträge.In der Galerie sind so die Türklinken für die Berliner Börse und die Leuchten für den Royal Automobile Club in Bristol zu sehen.Alle Entwürfe haben eine Gemeinsamkeit: sie sind modular aufgebaut, erlauben also Variationen, und bestehen mehrheitlich aus Einzelteilen aus rostfreiem Stahl oder Aluminium, die - miteinander verschraubt - austauschbar sind.Der Herstellungsprozeß wird anhand von Negativformen und Fotos nachvollziehbar gemacht.Diesem Baukastenprinzip unterliegen auch die Hochbauentwürfe.Gebäudedetails wie Structural glazing und elementierte Paneelfassaden werden folgerichtig ebenso gezeigt.Explosionszeichnungen illustrieren diesen Aspekt britisch detailverliebter HiTech-Architektur.Grimshaw verwendet auch bizarre, organische Formen, die im Sand- oder Wachsausschmelzguß-Verfahren entstehen und auch "zur Herstellung künstlicher Hüftgelenke" angewandt werden.Tatsächlich erinnern einige Exponate an Skelette in Vitrinen ...

Bis 31.Juli.

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