Kultur : Knef-Biografie: Verlag stoppt Auslieferung

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Die Deutsche VerlagsAnstalt (DVA) hat den Vertrieb ihrer Hildegard-Knef-Biografie gestoppt. Auch die Buch-Premiere, bei der Autor Jürgen Trimborn am 22.September seinen Band „Hildegard Knef. Das Glück kennt nur Minuten“ in der Berliner Urania präsentieren wollte, wurde abgesagt. Hintergrund ist eine juristische Auseinandersetzung mit Paul von Schell, Knefs letztem Ehemann, der mit dem Bild, das Trimborn von seiner Frau zeichnet, nicht einverstanden ist.

Vor allem zu Knefs Karrierebeginn will Trimborn unbekannte Details recherchiert haben. So sei Knef nicht, wie sie in ihrem Bestseller „Der geschenkte Gaul“ schrieb, in russische Gefangenschaft geraten, sondern habe im Keller der Villa ihres Geliebten Ewald von Demandowsky, eines Filmproduzenten und Goebbels-Vertrauten, überlebt. Ihre „dramatischen Kriegsschilderungen“ seien „reine Erfindung“. Trimborn konzentriert sich auf die Boulevard-Aspekte von Knefs Leben und schildert Affären mit Henri Nannen, Willi Forst und Gregory Peck.

Die Grenzen zur Kolportage sind fließend, gelegentlich beruft sich der Berliner Autor bei Zitaten auf „vertrauliche Quellen“. Auch auf die Krebs-Erkrankung der Diva eröffnet er eine neue Sicht: Die Zyste, die zu ihrer Brust-Amputation führte, sei gutartig gewesen, Knef habe am „Münchhausen-Syndrom“, einer psychosomatischen Erkrankung, gelitten. Thomas Jost, Knefs letzter Manager, spricht von „mindestens 50 gravierenden Recherchefehlern“ und sagt: „Das Buch entbehrt jeglichen wissenschaftlichen Anspruchs“. Tsp

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