Kultur : Kölner Theaterstreit: Die Lachnummer der Republik

Ulrich Deuter

Die Kölner Bühnen bekommen eine neue Leitung - aber die alte behalten sie bei. Das ist die "Lösung" des Kölner Theaterstreits, der durch den mit ständigen Etatkürzungen begründeten Rücktritt des Generalintendanten Günter Krämer ausgelöst worden war, dessen Vertrag eigentlich bis 2005 dauern sollte.

Nun sollen ab der Spielzeit 2002 / 03 Peter F. Raddatz als "Geschäftsführender Intendant" für Oper und Schauspiel sowie Marc Günther als Schauspiel-Intendant eingesetzt werden. Raddatz war zuletzt kaufmännischer Geschäftsführer des Hamburger Schauspielhauses, Günther Schauspieldirektor in Graz. Mit dieser Wahl soll zugleich die Trennung der Sparten Oper und Schauspiel vollzogen werden, die erst vor fünf Jahren vereinigt worden waren. Die neue Konstruktion sieht vor, dass Raddatz neben und über den jeweiligen Spartenintendanten stehen, nicht weisungsbefugt, aber für die Finanzen verantwortlich sein soll; auch das Verhältnis zum bereits vorhandenen Schauspiel-Betriebsdirektor Bernd Fülle ist unklar. Die künstlerische Verantwortung für das Schauspiel aber (Opernchef und Generalmusikdirektor sind noch nicht gefunden) trüge nicht nur Marc Günther, sondern auch der bisherige Schauspieldirektor Torsten Fischer, dessen Vertrag ebenfalls bis 2005 währt und ihm weitgehende künstlerische Gestaltungsrechte zusichert.

Hinzu kommt, dass Krämer zwar von der Leitung des Gesamthauses zurücktrat, seine Regieverträge jedoch bis 2005 erfüllen will. Krämer bezeichnet die Politik der Domstadt gleichzeitig als "die provinziellen Lachnummern der Republik". Wegen dieser Äußerung hat jetzt die Kölner CDU, die die Ratsmehrheit stellt, die fristlose Entlassung Krämers gefordert.

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