Kultur : Kölns Kardinal bedauert „Missverständnis“

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner fühlt sich wegen seiner Äußerung über das Verhältnis von Kunst und Religion missverstanden. Das am vergangenen Freitag gebrauchte Wort „entartet“ im Zusammenhang mit Kunst sei „aus dem Zusammenhang“ gerissen worden, schreibt Meisner in der Mittwochsausgabe der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Durch die Menschwerdung Gottes werde jeder Mensch vom Glanz Gottes berührt und geprägt. Nach Ansicht des Kardinals ist es eine große „Pervertierung“ des Menschen, „wenn er diese Identifikation auf Gott hin vergisst und dadurch zum Ohne-Gott oder gar zum Antigott wird“. In diesem Zusammenhang habe er den von den Nationalsozialisten missbrauchten Begriff der „Entartung“ verwendet und damit „gegen alle Formen totalitärer Kulturen“ gesprochen, „um sie mit ihrem eigenen Vokabular zu kennzeichnen und zu entlarven: Kultus und Kultur – im Sinne von Gottesverehrung und Gesellschaft – nehmen Schaden, wenn Gott nicht mehr in der Mitte steht.“ Der Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßte die Klarstellung. Das von Meisner geäußerte Bedauern sei für einen Mann in seiner Position eine „Riesenleistung“, sagte der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer, der „Kölnischen Rundschau“. ddp

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