Kultur : Kölsch - lauwarm

KATJA WINCKLER

Aus Köln kommt nicht nur Kölsch und der Karneval, sondern auch das Comedy-Trio Cologne Comedy Connection. Roberto Capitoni, auch schon mal bei Harald Schmidt fürs Komische zuständig gewesen, macht im rosa Rüschenhemd und fliederfarbenen Anzug im BKA Luftschloß den Moderator (bis 4. Juli, täglich 20.30 Uhr). Im Schlepptau hat der flotte Italiener seine zwei reizenden "Assistentinnen", die extrem unsichere Travestie-Schwuchtel Gregor Mönter und den irgendwie total mit Yogitee zugedröhnten super-schüchternen Johann Köhnich mit seinem handgewebten Besinnungsbüchlein. Daraus wird er an diesem Abend noch etliche Male echt betroffen machende Fabeln lesen. Der Stern am Himmel des Spiegelzelts heißt Capitoni. Mit seinem beweglichen Gesicht wie aus Gummi und nimmermüder Schnauze mutiert der wendige Entertainer - einfach mal so - vom smarten Steward zum american werewolf. Als Elektro-Man mit genoppter Kondommütze, Superman-Rückenlätzchen und Steckdosennase hingegen schikaniert er als dreckig lachender Haudrauf-Alien rigoros, was ihm in die Quere kommt. Das Niveau: hundertprozentig unter der Gürtellinie. In seiner Darstellung diffiziler ist der gekonnt-gehemmte Loosertyp alias Johann Köhnich. Der will uns - listig glitzernden Auges - was über die Liebe erzählen. Wie man die "richtig" macht, das zeigt indes Gregor Mönter mehr als überzeugend in der Restaurant-Szene aus "Harry und Sally" (Sie erinnern sich? Der vorgetäuschte Orgasmus). Alles in allem ein netter Aufwärm-Abend - ein bißchen wie warmes Kölsch.

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