Kultur : Königin der Disco

Zum Tod der Sängerin Donna Summer.

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She worked hard for the money. Donna Summer, 1948-2012. Foto: dpa
She worked hard for the money. Donna Summer, 1948-2012. Foto: dpaFoto: dpa

Ohhoooo, ahhh – mit Stöhnen ist Donna Summer berühmt geworden. Zum Tackern des Beckens und einigen funky Gitarrenakkorden lässt ihr Gesang in „Love To Love You Baby“ keine Fragen offen. Der Song ist 1975 ihr erster großer Hit, der später auch in einer legendären 17- Minuten-Version erscheint. Aufgenommen hat Summer ihn in München zusammen mit dem Südtiroler Produzenten-Genie Giorgio Moroder. Es ist der Beginn einer äußerst erfolgreichen Zusammenarbeit, während der die amerikanische Sängerin zur „Queen of Disco“ wird und Moroder zu einem der wichtigsten Genre-Innovatoren aufsteigt. So geht „I Feel Love“ 1977 als erster komplett von Drummachines und Synthesizern begleiteter Pop-Hit in die Geschichte ein.

Donna Summer kommt am 31. Dezember 1948 mit dem Namen LaDonna Adrian Gaines in Boston zur Welt und wächst in einer religiösen Familie auf. Sie singt im Kirchenchor, ist kurzzeitig in einer Rockband und geht 1968 als Musical-Sängerin nach Europa. Sie spielt in „Hair“ und „Porgy And Bess“ mit und heiratet schließlich den österreichischen Schauspieler Helmut Sommer, dessen Nachnamen sie annimmt – in englischer Übersetzung. Das Paar lebt in München, wo Summer als Backgroundsängerin arbeitet und erste Demos aufnimmt. Als sie auf Moroder trifft, hebt ihre Karriere ab. Die Frau mit der schwarzen Mähne und dem markanten Mezzo-Sopran wird einer der größten Stars der Disco-Ära und verkauft über 120 Millionen Alben. Auf dem Doppelalbum „Bad Girls“ bewegt sie sich 1979 in eine etwas rockigere Richtung und feiert einen Riesenerfolg: Die Platte mit dem Knallersong „Hot Stuff“ schießt sofort an die US-Chartspitze, wo sie sich wochenlang hält. Zudem ist Summer die erste Sängerin, der drei Nummer-Eins- Hits in nur einem Jahr gelingen.

Auf dem Höhepunkt ihr Laufbahn wechselt Summer 1980 zu David Geffens neu gegründetem Label. Da die Discowelle abebbt, versucht sie sich in R’n’B und Pop, kommt jedoch immer wieder zur Dance- Music zurück. Nach der Trennung von Moroder und seinem Münchner Team arbeitet sie kurzzeitig mit Quincy Jones zusammen. Einen tollen Smash-Hit hat sie noch einmal mit „She Works Hard For The Money“ vom gleichnamigen Album (1983). Der Song über eine dauerschuftende Kellnerin wird zur feministischen Hymne. Sechs Jahre später ist „This Time I Know It’s For Real“ ihre letzte Top-Ten- Single. In den neunziger Jahren wird es still um die fünfmalige Grammygewinnerin. Ihr letztes Album „Crayons“ erscheint 2008, ein Jahr später tritt sie beim Nobelpreiskonzert für Barack Obama in Oslo auf. Außerdem ist Summer gelegentlich in TV-Shows wie „American Idol“ zu sehen. Bis zuletzt soll sie an neuen Songs gearbeitet haben. Am Donnerstag ist Donna Summer 63jährig in Florida an Krebs gestorben. Nadine Lange

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