Kultur : Kollwitz-Preis für Lutz Dammbeck

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Er mache Bilder und Filme, so befand die Jury für den KätheKollwitz-Preis der Berliner Akademie der Künste, „um von der Politik sorgfältig verdeckte Quellen in ihren Möglichkeiten zu enthüllen“. Seit 1960 verleiht die Akademie den Preis an bildende Künstler. Nun erhielt ihn der seit 1986 in Hamburg lebende Leipziger Maler und Filmemacher Lutz Dammbeck, der schon in der späten DDR mit den Multimediaperformances „La Sarraz“ und „Herakles“ für Aufsehen gesorgt hatte. Im Falle Dammbecks scheint die Akademie selbst ihre Quellen zu verdecken. Denn ob sich die Juroren um Akademie-Vizepräsident Matthias Flügge zu Recht für ihn entschieden haben, bleibt insofern offen, als die traditionelle Preisträgerausstellung in diesem Jahr wegen des Umzugs ausfällt und wohl 2006 nachgeholt wird. Neben einem Katalogheft und der Preisübergabe am Pariser Platz mit anschließendem Gespräch zwischen Dammbeck und der Journalistin Claudia Henne (heute 22 Uhr im rbb-Kulturradio) führte lediglich die zweitägige (!) Präsentation der Installation „all systems go!“ in sein Schaffen ein. Dabei wäre es am Hanseatenweg ein Leichtes gewesen, seine jüngste Dokumentation „Das Netz“ (2003) zu zeigen. Der Film über den mutmaßlichen Unabomber Ted Kaczynski und die Verflechtung von Hippiekultur, Computertechnologie, militärischer Allmachtsfantasien genießt nicht nur unter Globalisierungsgegnern Kultstatus. zaj

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