KOLONIE ALEXANDROWKAKunst, Klang und Kulinarisches : Für das Geschenk vom Zaren

Antje Horn-Conrad

An der Seite des 1. Garde-Regiments zogen sie bis nach Paris, die russischen Musikanten, die auf Wunsch Friedrich Wilhelm III. das preußische Heer mit Gesang, Tambourin und Glöckchen bei Laune halten sollten. Als Geschenk Zar Alexanders blieben sie am königlichen Hof in Potsdam und erhielten in der eigens für sie gebauten russischen Kolonie Alexandrowka eine neue Heimat. Auch wenn heute nur noch zwei der 13 Holzhäuser von direkten Nachkommen der russischen Sänger bewohnt werden, soll jetzt ein Fest an den Einzug der Musikanten vor 180 Jahren erinnern.

Zwölf Episoden aus der Geschichte der vollständig erhaltenen Kolonie werden bei Einbruch der Dunkelheit in einer Performance aus elektronischen Klängen, Originaltönen und Live-Musik akustisch vergegenwärtigt. Dazu setzen Großprojektionen und Illuminationen Architektur und Gartenlandschaft ins richtige Licht. Ort des nächtlichen Geschehens ist das Andreaskreuz in der Mitte der Anlage, die von Peter Joseph Lenné nach dem Vorbild des Parkdorfes Glasovo entworfen wurde. Genau dort befindet sich auch die Russische Teestube, die ein festliches Menü vorbereitet und Führungen durch das Haus Nr. 12 anbietet. Um sich die Zeit bis zur Klang- und Lichtperformance zu verkürzen, kann man dem Troika Ensemble und der Akkordeonistin Tatjana Tchynko zuhören, russischen Märchen lauschen oder auf der Leinwand den Trickfilmfiguren „Hase und Wolf“ nachjagen. Auch die nach historischen Befunden wieder hergestellten Räume im Museum Alexandrowka sind bis in die Nacht geöffnet. Antje Horn-Conrad

Kolonie Alexandrowka, Sa 21.7., 19-24 Uhr,

Museum bis 21.30 Uhr, Eintritt frei

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben