Kultur : Komische Oper: Warte, warte noch ein Weilchen

F. H.

286 Vorstellungen wird die Komische Oper Berlin 2001/2002 absolvieren. Die traurigste von ihnen fand bereits gestern statt: Zur Spielplanpressekonferenz war von Künstlerseite allein Blanca Lee erschienen, Nachfolgerin des vorzeitig ausgeschiedenen Ballettdirektors Richard Wherlock. Mit 24 neuen Tänzern und zwei Eigenproduktionen will die Spanierin der Tanztruppe des Hauses wieder Ausstrahlung und Publikum erobern. Bereits das dritte Jahr in Folge fehlte Chefregisseur Harry Kupfer bei der Saison-Präsentation. So war nicht zu klären, wie seine "Version" von Gounods "Roméo et Juliette" aussehen soll, die als erste Premiere herauskommt. Kupfers zweite Arbeit - die letzte seiner 21-jährigen Amtszeit - sollte ursprünglich Werner Egks "Peer Gynt" sein. Aus Geldgründen entschied man sich in letzter Minute, erklärte Intendant Albert Kost, statt dessen Brittens "Turn of the Screw" zu präsentieren. Als weitere Premieren stehen Händels "Tamerlano" und "Der Barbier von Sevilla" an, jeweils mit Komische-Oper-Debutanten: Die Barockoper betreut der in München umjubelte David Alden, es dirigiert Michael Hofstetter. Den Rossini-Hit erarbeiten der 35-jährige Daniel Slater (Regie) und der 22-jährige Stefan Sloyom (musikalische Leitung). Nachdem auch Yakov Kreizberg zum Saisonende vorzeitig seinen Vertrag auflöst und Vladimir Jurowski eine internationale Karriere der Arbeit an seinem Haus vorzieht, geht die Komische Oper chefdirigentenlos in die "Übergangssaison 2001/2002" (Kost). Mit dem Amtsantritt des neuen Führungsteams Andreas Homoki/Kirill Petrenko im nächsten Herbst wird alles besser, versprach Kost: Dann sollen sechs Opern- und drei Tanzproduktionen zur Regel werden. Das stark dezimierte Ensemble wird neu aufgebaut, die Deutsche Bank sponsert den Posten eines professionellen Spendensammlers. Zudem will Kost das vor einigen Jahren abgewickelte Opernstudio neu beleben.

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