Komm, wir heiraten : Grell: "Vater Morgana" mit Christian Ulmen

Christian Ulmen wird allmählich zum Profi-Hochzeiter der deutschen Komödienwelt. Nach "Maria, ihm schmeckt’s nicht" und "Hochzeitspolka" will er schon wieder heiraten. Aber auch diesmal wird alles komplizierter als gedacht.

Karl Hafner
"Vater Morgana": Alles viel komplizierter, als zunächst gedacht.
"Vater Morgana": Alles viel komplizierter, als zunächst gedacht.Foto: dapd

Ulmen spielt den netten Kerl Lutz Stielike, den Angestellten einer Sicherheitsfirma, der die Hauptkommissarin Annette ehelichen will. Annette wird gespielt von der sehr netten Felicitas Woll. Die Hauptkommissarin zeigt sich durchaus entgegenkommend. Es wäre die perfekte Liebe, doch dann – just zum Zeitpunkt des völlig stillosen, öffentlichen Heiratsantrags auf einer Betriebsfeier – taucht Lutz’ Vater (Michael Gwisdek) auf, so zufällig, wie das in deutschen Komödien gerne der Fall ist.

Dieser Vater nun ist ein rechter Hallodri, ständig in kriminelle Geschäfte verwickelt. Seinem Lutz hat er so die Karriere bei der Polizei versaut. Eine richtige Landplage eben. Jetzt will er sich nach Jahren der Abwesenheit mit Lutz versöhnen. Doch kurze Zeit und immerhin geschätzte zwanzig Zufälle später sitzt Lutz im Gefängnis. Er soll an einem Juwelenraub beteiligt sein, und das auch noch in eben jenem Schmuckgeschäft, wo Lutz seinen Verlobungsring kaufte. Zufällig ermittelt Annette, zufällig hat sich ihr gerade ein neuer Kollege hinzugesellt, der zufällig von ihr begeistert ist und zufällig durchaus nichts dagegen hat, dass Lutz nicht mehr im Weg ist.

Ab 16. Dezember neu im Kino
"DIE CHRONIKEN VON NARNIA: DIE REISE AUF DER MORGENRÖTE" (Fantasymärchen, USA 2010, Regie: Michael Apted, Darsteller: Ben Barnes, Georgie Henley, Skandar Keynes, Will Poulter): In Teil drei der an der Kinokasse erfolgreichen Disney-Saga werden die Kinder Edmund und Lucy mitsamt ihrem nervtötenden Cousin Eustace in ein Gemälde hineingezogen, das diesmal die Pforte in die Parallelwelt freigibt: An Bord des Segelschiffs Morgenröte treffen sie Prinz Kaspian und sein Gefolge: Es gilt, gemeinsam Kurs gen "Einsame Inseln" zu nehmen. Von dort aus droht ein geheimnisvoller Nebel ganz Narnia zu versklaven... Frank Noack schreibt im Tagesspiegel: "Der Film ist durchaus ansprechend, was an der Regie und am Drehbuch - sonst oft die Hauptschwachpunkte im Hightech-Kino - liegt. Allerdings werden die 3-D-Möglichkeiten eindeutig zu wenig ausgeschöpft."Alle Bilder anzeigen
1 von 8Foto: Fox
15.12.2010 20:41"DIE CHRONIKEN VON NARNIA: DIE REISE AUF DER MORGENRÖTE" (Fantasymärchen, USA 2010, Regie: Michael Apted, Darsteller: Ben Barnes,...

Irgendwann hat allerdings auch der wohl geduldigste Zuschauer genug von all den Zufällen, die immer unwahrscheinlicher werden, immer wirrer und immer weniger komisch, weil wirklich alles passieren könnte und man bald nicht mehr wesentlich überrascht wäre, wenn den Figuren auch noch Flügel wachsen. Dabei geht es eigentlich um eine tragische Vater-Sohn-Geschichte. Denn Lutz’ Vater ist an Alzheimer erkrankt. Also bleibt kaum noch Zeit für eine Annäherung, für ein paar gemeinsame Erlebnisse, für ein paar positive Erinnerungen – und tatsächlich kommen sich die beiden wieder näher auf der gemeinsamen Flucht vor der Polizei.

Manchmal ist das tatsächlich rührend, und „Vater Morgana“ findet für kurze Zeit einen Halt. Doch bald muss auch die Alzheimer-Sache für weitere Witze und Plotwendungen herhalten. Es bietet sich ja an. Also weiter Klamauk, weiter Hektik. Wie langweilig. Karl Hafner

Cinemaxx, Cinestar Treptower Park und Colosseum

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