Kultur : Kommissionsbericht bedroht die Rechtschreibreform

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Am 5. Februar tritt die „Amtschefkommission Rechtschreibung“ der Kultusministerkonferenz zusammen, um über den vierten Geheimbericht der Mannheimer „Kommission für deutsche Rechtschreibung“ zu entscheiden. Dieser noch nicht veröffentlichte Bericht schlägt erneut Schreibvarianten zur Rechtschreibreform vor. Die „Süddeutsche Zeitung“ sieht die Brisanz einer Zustimmung zu dem Papier nicht in den vielen, kleinteiligen Änderungen, die in ihm empfohlen werden, sondern in den veränderten Entscheidungsprozessen, die künftig zu Rechtschreibvorschriften führen könnten: Braucht bis heute jede Änderung die Zustimmung der Kultus und Bildungsminister, könnte in Zukunft die Kommission, der politischen Kontrolle entzogen, allein entscheiden, vorausgesetzt, es handelt sich nicht um „Änderungen von grundsätzlicher Bedeutung“, wie etwa Groß- und Kleinschreibung von Substantiven. Die „Berliner Morgenpost“ sieht mit dem Bericht die gesamte Rechtschreibreform „ad absurdum“ geführt, weil darin Teile der Reform wieder zurückgenommen werden – Regeln für Getrennt- und Zusammenschreibung zum Beispiel. Lehrern, so die „Süddeutsche“, sei damit jegliche Handhabe zur verbindlichen Korrektur genommen. Auch neue Wörterbüchern seien nötig. Was hilft es uns da, wenn wir dafür wohl in Zukunft wieder auf zweierlei Weise „Rat suchend“, nämlich „ratsuchend“ sein dürfen? ded

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