Komödientrilogie "Beziehungsweise New York" : Rosenkrieg in Chinatown

„Beziehungsweise New York“ heißt das Finale von Cédric Klapischs Komödientrilogie mit Audrey Tautou und Romain Duris. Es ist kurzweilig wie die Vorgängerfilme.

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Wiedersehen nach Barcelona und St.Petersburg: Xavier aus "L'auberge espagnole" (Romain Duris) trifft seine Ex Martine (Audrey Tautou) in New York wieder.
Wiedersehen nach Barcelona und St.Petersburg: Xavier aus "L'auberge espagnole" (Romain Duris) trifft seine Ex Martine (Audrey...Foto: Studiocanal

Im Herbst erst war das französische Stardoppel Audrey Tautou und Romain Duris in Michel Gondrys „Der Schaum der Tage“ zu sehen. Doch die Geschichte des Leinwandpaars ist älter. Schon 2002 begann sie mit Cédric Klapischs gesamteuropäischer Studentenkomödie „Barcelona für ein Jahr“. Xavier blieb seiner Martine damals nicht lange treu. Drei Jahre später verbandelte das „Wiedersehen in St. Petersburg“ den Helden nach diversen Liebeshändeln mit der Britin Wendy (Kelly Reilly).

Nun ist die Karawane zum Finale der Trilogie in den USA angekommen. In „Beziehungsweise New York“ stecken Xavier und Wendy in einer Ehekrise, der sich die transatlantische Übersiedlung verdankt. Sie will zu ihrem Lover mit Apartment am New Yorker Central Park, er reist wegen der beiden gemeinsamen Kinder nach. Als Bekannte aus Barcelonatagen bietet dort Isabell (Cécile de France) nebst Partnerin dem Neuankömmling in ihrem Loft Unterschlupf. Der inzwischen gefragte Autor müht sich an einem autobiografischen Roman ab. Das Leben immerhin taugt zur Komödie in Chinatown, mit Selbstmitleid, Rosenkrieg und allerlei Stress durch die Einwanderungsbehörde. Wie schön, dass da auch guter Sex lockt, ausgerechnet mit der geschäftlich angereisten Ex, eben Audrey Tautou als Martine.

Nach eigenem Drehbuch entfesselt Klapisch ein Maximum an Turbulenz und lässt das Geschehen in einem wunderbar präzis inszenierten Screwballgerangel gipfeln. Ihren Echoraum erhält die mit cartoonesken Einsprengseln erzählte Story durch Skype-Gespräche, in denen Xaviers Pariser Verleger seinen Autor immer wieder vor gar zu glatten Wendungen warnt.

Leider erfolglos: Das romantische Happy End wird zur größten Schwachstelle dieser Patchworkkomödie. Sei’s drum, „Casse-tête chinois“ (Originaltitel) ist ein Vergnügen auch für Duris-Tautou-Verächter und für ältere Zuschauer, denen die Techtelmechtel der ersten Teile zu läppisch waren. Vorkenntnisse? Nicht nötig. Doch wegen der vielen Querverweise erhöhen sie das Amüsement allemal.

In zwölf Berliner Kinos. OmU: Cinema Paris, Filmtheater am Friedrichshain, Hackesche Höfe, International, Neues Off

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