Kultur : Komponist Giselher Klebe gestorben

Im Alter von 84 Jahren ist der Komponist Giselher Klebe am Montag nach schwerer Krankheit in Detmold verstorben. Mit seinen 14 Musiktheaterwerken prägte Klebe die deutsche Opernlandschaft der Nachkriegszeit. Vor allem seine Vertonung von Schillers „Die Räuber“ wurde 1957 als „stilistisch konsequenteste und originellste Opernpartitur“ seit Bergs „Wozzeck“ und Schönbergs „Moses und Aron“ gelobt. Zuletzt wurde im April 2008 seine Oper „Chlestakows Wiederkehr“ nach Nikolai Gogols „Revisor“ in Detmold uraufgeführt. Klebe, der nach dem Krieg in Berlin bei Boris Blacher studiert hatte, gelang 1950 in Donaueschingen der Durchbruch mit dem Orchesterwerk „Die Zwitschermaschine“ nach dem Bild Paul Klees. Klebe war Mitglied der Berliner Akademie der Künste und von 1986 bis 1989 in der Nachfolge von Günter Grass auch deren Präsident. Der heutige Akademiepräsident Klaus Staeck würdigte Klebe als Komponisten, der unbeirrbar seinen eigenen künstlerischen Weg ging, jenseits „modernistisch gefärbter Attitüden“. Klebe sei auch ein leidenschaftlicher Lehrer gewesen, so Staeck. dpa

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