Kompromiss : Getty-Museum gibt antike Kunstschätze zurück

Die Vereinbarung ist unterschrieben und perfekt: Der kalifornische Kunsttempel schickt illegal erworbene antike Kunstwerke nach Italien zurück. Die ersten Werke gehen bereits kommende Woche auf die Reise.

RomDer Direktor des Getty-Museums Michael Brand und das römische Kulturministerium besiegelten nach einem Bericht der Zeitung "La Repubblica" die bereits am 1. August erzielte Einigung. Danach gibt das kalifornische Museum jetzt 40 von insgesamt 52 umstrittenen Kunstwerken an Italien zurück. "Mit der Unterschrift beginnt eine neue Ära", sagte Italiens Kulturminister Francesco Rutelli, "lange und schwierige Verhandlungen sind damit abgeschlossen worden."

Die illegal von Amerikanern erworbenen Kunstschätze stammten überwiegend aus Raubgrabungen. Das Getty-Museum hatte zunächst nur 26 Werke zurückgeben wollen und erst nach einem italienischen Ultimatum dem Kompromiss zugestimmt, 40 Werke den Rückweg antreten zu lassen. Ein Teil soll Anfang Oktober ankommen, ein weiterer Teil bis Januar.

Die ebenfalls weltberühmte Statue der Aphrodite aus einem griechischen Tempel in Morgantina auf Sizilien tritt nach der Vereinbarung bis 2010 die Rückreise in Los Angeles an. Rechtlich geklärt werden muss noch der Verbleib der bekannten Bronzestatue eines jungen griechischen Athleten, Skulptur des Lysippus genannt. Alle zurückkehrenden Kunstwerke sollen zunächst für eine gewisse Zeit den Kunstinteressierten in Rom gezeigt werden. (mit dpa)

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