Kultur : Konfekt, perfekt

SILVIA HALLENSLEBEN

Schaurigschöne Bandenkämpfe: "Black Mask" aus HongkongVON SILVIA HALLENSLEBENIm Hongkong-Kino scheinen sich Fordismus und fernöstliche Traditionen zu funktionierender Symbiose und mehr oder weniger hoher Kunst zusammengeschlossen zu haben.Jeder Film ist aus Elementen zusammengesetzt, die morgen schon in leicht veränderter Kombination ein neues Modell ergeben.In atemberaubender Folge werden die Produkte auf den Markt geworfen.Dabei kann der Bandleiter auch schon einmal zum Meister werden und umgekehrt. Tsui Hark zum Beispiel, der "The Black Mask" produziert hat, hat spätestens seit "Shanghai Blues" (1984) auch im Westen als Regisseur einen Ruf.Regisseur Daniel Lee Yan Kong (der auch malt) hat bei einer anderen Altmeisterin, Ann Hui assistiert.Hauptdarsteller und Kampfkünstler Jet Li Lian Jie ist seit 1991 in siebzehn Filmen durch die Lüfte gewirbelt, Choreograph Yuen Woo Ping legt seit etwa 20 Jahren jährlich mindestens eine eigene Regie hin und selbst die junge Karen Mok war 1995 außer in Wong Kar-Wais "Fallen Angels" in vier weiteren Filmen zu sehen. Das Ergebnis ist entsprechend: technisch erstklassige Routine ohne Mätzchen, schön blutig angerichtet à la Hongkong mit reichlich Selbstironie.Bandenkämpfe.Männerfreundschaft mit Bulle, schaurigschöne Keller.Zur Story nur dies: Auch hinter einem biederen Bibliothekar kann ein geheimnisvolles Doppelleben stecken.Ob es aber etwas Tieferes zu bedeuten hat, daß die Drug-Lords hier so exzessiv mit christlicher Symbolik hantieren? Eiszeit, Filmkunst 66

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