Kultur : Kongo: "Auf Dauer hilft nur Frieden"

Herr Bareham[wie ist die Situation in Goma?]

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen hat ihr Team im Kongo nach dem Vulkanausbruch verstärkt. Wir sprachen mit dem Mitarbeiter Randy Bareham in Goma.

Herr Bareham, wie ist die Situation in Goma?

Die Menschen, die nach Ruanda geflüchtet sind, kommen wieder. Sie wollen nach Hause und nach ihrem Eigentum schauen oder nach Alternativen suchen, wo sie leben können. Die Camps in Ruanda sind fast leer.

Wie gefährlich ist die Rückkehr?

In der letzten Nacht hat es regelmäßig neue Erdstöße gegeben. Der Vulkan ist noch aktiv. Die Lava fließt weiter in den Kivu-See. Trotzdem glaube ich, dass sich die Situation entspannt. Der Lavastrom, der die Stadt in zwei Teile spaltet, ist an vielen Stellen soweit abgekühlt, dass die Menschen ihn überqueren können. Es ist für alle eine große Hilfe, wenn sie in ihre Häuser zurückkehren können.

Ist die Lebensmittelversorgung ausreichend?

Langsam kehrt die Normalität zurück. In vielen Stadtteilen funktioniert die Wasser- und Stromversorgung wieder. Für Bedürftige sind Stellen eingerichtet, wo sie sich mit Nahrung und Wasser versorgen können.

Gibt es genug Trinkwasser?

Nein, aber es werden weitere Verteilstellen eingerichtet. Und die Einwohner, die kein Wasser haben, gehen zu diesen Punkten oder in andere Stadtteile, wo die Wasserversorgung bereits wieder funktioniert. Trotzdem muss noch viel getan werden, weil eine ungenügende Trinkwasserversorgung die Hauptursache für die Verbreitung von Krankheiten ist. Das Problem hatten wir aber auch schon vor dem Vulkanausbruch.

Wie groß ist die Gefahr von Seuchen?

Bisher gibt es dafür keine Anzeichen. Aber aus der Erfahrung wissen wir, dass sich das schnell ändern kann. Deshalb bereiten wir uns vor und werden für alles gerüstet sein. Wichtig ist, dass die Menschen jetzt nach Hause gehen und nicht in großen Gruppen zusammenleben. Das kann die Ausbreitung von Krankheiten beschleunigen.

Viele Länder stellen Geld bereit. Was braucht der Kongo am dringendsten?

Die Versorgung mit Lebensmitteln ist natürlich vordringlich. Aber auf Dauer hilft nur Frieden zwischen den ethnischen Gruppen.

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