Kultur : Kontroverse um „Mein Führer“ geht weiter

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Nach einer Umfrage des Forsa-Instituts lehnen 56 Prozent der Deutschen Dani Levys Hitler-Komödie „Mein Führer“ ab, die heute bundesweit in die Kinos kommt. Nur 35 Prozent der 1005 im Auftrag des „Stern“ Befragten finden es gut, dass Levy eine Komödie über Hitler gedreht hat, neun Prozent sind unentschieden. Besonders hoch ist die Ablehnung in Ostdeutschland (67 Prozent); bei den Westdeutschen sind es 53 Prozent.

Unterdessen geht die Kontroverse um Levys Film mit Helge Schneider in der Hauptrolle weiter. Der Historiker HansUlrich Wehler sagte: „Die Behandlung von Figuren wie Lenin, Stalin und Hitler ist besser bei Wissenschaftlern aufgehoben als in einer Persiflage.“ Auch der Zentralrat der Juden kritisiert den Film (siehe Seite 8). Dani Levy betonte dagegen im „Zeit“-Interview, „Mein Führer“ sei Ausdruck eines Traums: „In meinem Film bin ich Gott und stehe über Hitler. Ich weiß, dass das an der Katastrophe nichts mehr ändern wird, aber ich habe die Kraft, neue Bilder zu schaffen.“ Es sei sein bisher persönlichster Film.

Der „Jüdischen Allgemeinen Wochenzeitung“ sagte Levy: „Warum sollte ich als Jude und Kind einer Flüchtlingsfamilie, der einen großen Teil seiner Familie im Holocaust verloren hat, einen Film machen, der verharmlost?“ Lachen über Hitler habe nichts mit Entschuldigen oder Verharmlosen zu tun. „Aber vielleicht braucht es Mut, den Führer als erbärmliches Würstchen zu akzeptieren“, betonte der 49-Jährige. Das internationale Interesse an seinem Film ist groß. Dem Weltvertrieb Beta Cinema zufolge wollen unter anderem Verleiher in den USA, Frankreich, Italien und Großbritannien den Film herausbringen. Tsp/dpa

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