Kultur : Konvent der Preisträger

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Eine Nationale Stiftung für Baukultur soll unter Mitwirkung des Bundesbauministeriums und Vertretern von Architekten- und Planerverbänden gegründet werden. Erstmals war die Idee im vergangenen Dezember beim Kongress der Initiative Baukultur von Karl Ganser, dem früheren Leiter der IBA Emscher Park, ins Gespräch gebracht worden. Gestern trafen am Rande des UIA-Kongresses alle Mitglieder des Gründerkreises zusammen, um ihre konkrete Vorstellungen vorzubringen.

Die Stiftung soll sich Anfang des nächsten Jahres konstituieren. Ob sie, wie die Bundeskulturstifung in Halle, unter dem Dach des Bundes stehen werde, sei noch nicht entschieden, aber sehr wünschenswert, sagte Karl Ganser. Als Hauptanstoß für die Stiftung benannte Peter Conradi, Chef der Bundesarchitektenkammer, die unterentwickelte Präsenz des Themas Baukultur in der öffentlichen Diskussion. Die Stiftung solle sich – als eine von Einzelinteressen unabhängige Institution – zur „geachteten und unüberhörbaren Stimme in allen qualitativen Fragen des Bauens entwickeln“ unterstrich Initiator Karl Ganser. Anders als bei der Bundesstiftung Denkmalschutz sei das Hauptziel nicht die Projektförderung, sondern die Kommunikation über Fragen der Architektur zu fördern. „Wir brauchen eine permantente Auseinandersetzung über die Qualität nicht des einzelnen Bauwerks, sondern der gebauten Umwelt als Ganzes.“

Daneben sollen bestehende Einrichtungen der Bauforschung und Architekturförderung zusammengeführt werden. Organisieren möchte Ganser den Stiftungsrat als einen Konvent der Preisträger: Alle Architekten oder Planer, die in den zurückliegenden 10 Jahren den ersten Preis eines bundesweiten Wettbewerbs erhielten, können in die Stiftung berufen werden. Sie soll zudem regelmäßig ein „Schwarzbuch/Weißbuch“ der Architektur herausgeben, in dem Negativbeispiel ebenso dokumentiert werden wie besonders gelungene Bauten. Frank Peter Jäger

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