Kultur : Konzerthaus-Chef: Besser kann man den Kapellmeister sparen

Das BSO setzt uneingeschränkt auf Eliahu Inbal als künftigen Chefdirigenten.Auch wenn offizielle Vertragsverhandlungen mit dem israelischen Dirigenten erst nach Abschluß des Sondertarifvertrages für die Berliner Orchester aufgenommen werden können, wird Inbal schon ab der kommenden Saison ein Mitspracherecht bei künstlerischen Belangen des Orchesters besitzen.Bei der Vorstellung des Programms für die Spielzeit 1998/99 brachten sowohl Konzerthaus-Intendant Frank Schneider als auch der Orchestervorstand die starken Hoffnungen zum Ausdruck, die man in Inbal setzt.Weitreichende Vorabsprachen mit dem international renommierten Musiker seien getroffen, der Senat müsse, so Schneider, nur noch einsehen, daß solche Qualität auch ihren Preis habe.Auch unabhängig vom Vertragsabschluß wird das BSO künftig stärker mit Inbal zusammenarbeiten.Neben Inbal werden in der kommenden Saison Dirigenten wie Michael Gielen und Jac van Steen mehrere Konzerte des nach dem Abgang von Michael Sch²nwandt chefdirigentenlosen Orchesters leiten.In diesem Zusammenhang ging Schneider auch auf die umstrittenen Äußerung von Staatsopern-Chef Daniel Barenboim ein, zwei Orchester seien für Berlin ausreichend."Vielleicht sieht man beim Senat ja ein, daß es auf Dauer billiger ist, einen Kapellmeister zu entlassen, als ein Orchester aufzulösen", konterte Schneider.Anders als Barenboims Staatskapelle verstünde sich das BSO auch nicht als Exportartikel, sondern konzentriere sich darauf, vor Ort Qualität zu bieten.Trotz noch zunehmender Einsparungszwänge wird das Schauspielhaus auch in der kommenden Spielzeit über 300 Eigenveranstaltungen durchführen, unter denen insbesondere ein 47 Konzerte umfassendes Projekt anläßlich von Goethes 250.Geburtstag herausragt. jök

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