KONZERTJulia Fischer & Friends : Erfolgreiche Verweigerung

Dirk Becker

Sie verweigert sich und ist trotzdem ein Star. Maximal 90 Konzerte spielt Julia Fischer im Jahr. Es könnten mindestens doppelt so viele sein. Die Marketingstrategen des aktuellen Klassikbooms würde das freuen. Doch die 24-jährige Julia Fischer verweigert sich. Und so wird man sie mit Sicherheit auch nicht sich werbewirksam für ein Mobilfunkunternehmen in der Badewanne räkeln sehen, wie es die Netrebko tat. Für Julia Fischer zählt die Musik und nicht das damit verbundene, äußerst lukrative Sich-in-Szene-setzen. Und gerade weil sie nur die Musik sprechen lässt, ist Julia Fischer ein Star.

Im Alter von drei Jahren begann die Tochter einer Pianistin mit dem Violinspiel und galt schon früh als Wunderkind. Mit 22 Jahren hat sie die Sonaten und Partitas für Violine von Johann Sebastian Bach eingespielt. Eine äußerst intensive, klanglich makellose und in jedem Satz fesselnde Interpretation. Seit September 2006 unterrichtet sie als jüngste Professorin an der Frankfurter Musikhochschule. Nun gibt sie zusammen mit dem Cellisten Daniel Müller-Schott – mit dem sie schon Mendelssohn Bartholdy und Brahms eingespielt hat – und dem Pianisten Martin Helmchen ein Sonderkonzert im Potsdam. Es wird der Auftakt sein für eine Deutschlandtournee mit der Kammerakademie Potsdam unter der Leitung von Michael Sanderling. Beethoven, Schostakowitsch und Mendelssohn Bartholdy stehen auf dem Programm. Musizierfreudigkeit und solistisches Temperament wird zu erleben sein. Denn das einzige Argument, das hier überzeugen kann, ist allein die Musik.Dirk Becker

Nikolaisaal, Fr 28.9., 20 Uhr, 26,50 bis 34,50 €

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