Konzertkritik : Abheben in Zeitlupe: Cassandra Steen im Postbahnhof

Unplugged überzeugend: Bei ihrem Berliner Konzert kommt Cassandra Steens voluminöse Stimme erst im zweiten Show-Teil richtig zur Geltung.

Rebecca Schindler
Cassandra Steen ist mit ihrem dritten und bisher erfolgreichsten Album "Mir so nah" auf Tour
Cassandra Steen ist mit ihrem dritten und bisher erfolgreichsten Album "Mir so nah" auf TourFoto: dpa

Lange Zeit war es ruhig um sie, doch nun ist sie zurück: Cassandra Steen, ehemalige Sängerin der Band Glashaus („Wenn das Liebe ist“) und Duettpartnerin von Adel Tawil („Stadt“). Jetzt steht sie wieder Solo auf der Bühne und reist mit ihrer Tour „Mir so nah“ und der aktuellen Single „Tanz“ quer durch Deutschland. Mit riesigen Kreolen und einem weißen Shirt, auf dem ihr eigenes Porträtfoto zu sehen ist, verzückt Steen das Publikum im Berliner Postbahnhof durch ihre soulige und klare Stimme. Mit im Gepäck: ihr mittlerweile drittes und erfolgreichstes Album, das es bis auf Platz fünf der Charts schaffte. Doch die amerikanische Schwäbin scheint sich nicht mehr nur auf ihren Gesang zu verlassen, unterlegt stattdessen fast jede Up-Tempo-Nummer mit gängigen Dancefloor-Effekten. Und davon gibt es viele, obwohl Steen eher für ihre unter die Haut gehenden Balladen bekannt ist.

Leider geht so im ersten Teil der Show ihre sonst so eindringliche Stimme unter. Steen versteckt sich hinter einer vierköpfigen Band und einem Background-Chor, bestehend aus zwei Frauen und einem Mann. Erst nach kurzem Umbau kommt die 31-Jährige aus sich heraus und überzeugt neben akustischer Gitarre, Bongos und Rasseln. Während dieser Unplugged-Nummern kommt Steens gewaltiger Stimmumfang endlich einmal richtig zur Geltung. Daneben bleibt noch genug Platz für ihre Crew im Hintergrund: So übernimmt Backgroundsänger Daniel den gewaltigen Stimmpart von Xavier Naidoo in dem Song „Lass mich nicht hier“ und auch die Musiker können mit Gitarren-, Schlagzeug- und Pianosoli glänzen.

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