Konzertkritik "Halleluja Berlin" : Rainald Grebe in der Waldbühne

Mit einer einmaligen Jubiläumsshow zu seinem 40. Geburtstag wollte Rainald Grebe die Waldbühne füllen. Mit all seinen Hits und mehr als 100 Künstlern, wie er sagt, darunter die Bolschewistische Kurkapelle. Auch Klaus Wowereit war da.

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Rainald Grebe auf hohem Ross - die Waldbühne hat er fast komplett gefüllt.
Rainald Grebe auf hohem Ross - die Waldbühne hat er fast komplett gefüllt.Foto: dpa

"Ich bin massenkompatibel", sang Rainald Grebe und trat den Beweis an. Kleinkunst auf größtmöglicher Bühne. Mit "Halleluja Berlin" trat er an, um die Berliner Waldbühne zu füllen. Ein ambitioniertes Vorhaben: in der 1936 erbauten Openair-Bühne finden mehr als 20.000 Zuschauer Platz. Alle Hits (Prenzlauer Berg, Dörte, Ich bin der Präsident), sämtlich mitgegrölt und mitgeklatscht - außerdem versprach der Untertitel "Dromedare, Turnier und Feuerwerk". Es war mehr als ein Konzert, es war ein Happening, unter dem Motto "Kultur und Sport am Nachmittag".

Die Turnvorführungen fielen dem tagsüber feuchten Wetter - gefährlich glatter Boden! - zum Opfer. Immerhin durften die jungen Berliner Turnerinnen eine Jubelrunde drehen. Auf der Leinwand dazu Bilder vom Einzug der streng schauenden Mädel-Turnerinnen 1936. Dazu bot die aktuelle Multikultiriege einen schönen Kontrast. Im Halbrund schwappte La Ola, die mexikanische Welle. Die Bolschewistische Kurkapelle beschwor die Einheit: "Westberlin, Ostberlin, Nordberlin, Südberlin, Ganzberlin".

Rainald Grebe in der Waldbühne
"Halleluja Berlin" oder Kleinkunst auf großer Bühne: Vor 20.000 Zuschauern trat Rainald Grebe in der Berliner Waldbühne auf.Weitere Bilder anzeigen
1 von 10Fotos: Thilo Rückeis
19.06.2011 10:56"Halleluja Berlin" oder Kleinkunst auf großer Bühne: Vor 20.000 Zuschauern trat Rainald Grebe in der Berliner Waldbühne auf.

Den ganzen Tag Schauer und mit Beginn des Konzerts kommt die Sonne, als ob auch sie Rainald Grebe zum 40. gratulieren wollte. Und mit ihr kommen noch mehr Zuschauer, die Ränge sind fast voll. "Elton John hat heute Abend nur 8000 Zuschauer", sagt Grebe. Auch Klaus Wowereit war da, begrüßt mit "Im Tipi im Tipi, da macht der Wowi Pipi".

Die Verwüstung der Waldbühne nach jenem legendären Rolling-Stones-Konzert 1965 nachzustellen, hat dann nicht ganz geklappt. Über etwas Getrappel auf den Bänken kommt das 2011er-Publikum nicht hinaus. Wowereit trappelt nicht mit.

Zum Ende hin "Zeit für die Leuchtmittel: Stablampen, Knicklichter, Taschenlampen". Auch das geht an diesem großen Abend. Um Punkt 23 Uhr muss die Musik aus sein, "denn hier im Wald wohnt irgendwo eine Anwaltskanzlei". Vielen Dank und bis zum 50.!

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