Kultur : Kopfball (31)

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Guten Morgen, Deutschland! Hallo Yokohama! Heute ist der große Tag! Finale! Welch ein Glück, welch eine Freude, Ja, Götterfunken! Darum hier noch einmal schnell die Stationen, wie wir ins große Finale kamen:

1) Historischer 8:0 Sieg gegen den absoluten Fußballminizwergen Saudi-Arabien, der leider kein einziges Tor bei der WM erzielen kann. Ein deutscher Star ns Klose wird geboren.

2) Solides und im Prinzip glückliches 1:1 gegen das im Zentrum ersatzgeschwächte Irland. Ein Spiel, das aus 20 starken Minuten besteht und aus 74 Minuten Defensivarbeit, die fast zufriedenstellend absolviert wird. Man bedankt sich abschließend bei Kahn.

3) Überraschend deutliches 2:0 im Schicksalsspiel gegen Kamerun. 20 überdurchschnittliche Minuten reichen gegen den Afrikameister, der leider auf ganzer Linie enttäuscht und noch defensiver als die Deutschen agiert.

4) Durch Kamerun lernen! Das schlechteste WM-Spiel der Deutschen seit Gijon 1982. 3 Sekunden-Lichtmoment vom Zuwanderer Neuville. 1:0 gegen Paraguay. Erneuter Dank an Kahn.

5) Das schlechteste WM-Spiel der Deutschen aller Zeiten. Gegen die USA. 3 Sekunden Licht durch Ballack. Wiederholter Dank an Kahn. Und an Frings, der den Ball locker mit der Hand vor der Torlinie abwehrt, während der Schiedsrichter sanft die Augen schließt. Wo ist Klose?

6) Große Laufleistung gegen Südkorea, die nach zwei Verlängerungen gegen Italien und Spanien ziemlich müde sind. Das Spiel der Deutschen - die sich von den Namen der Gegner her ja bisher eher durch ein DFB-Jubiläumsturnier als durch eine WM gekickt haben - ist alles andere als gut, aber immerhin einen Tick besser als schlecht. Ballack gelingt im glücklichen Nachschuß das obligatorische 1:0 , was in Deutschland eine Euphorie auslöst. Finale! Bier! Sogar Netzer verlässt sein analytischer Geist. Erneut obligatorischer Dank an Kahn.

7) Tja. Also, entweder ein Wunder oder die Wahrheit. Wir werden es sehen. Aber viel schöner und anständiger wäre es doch heute, gerecht zu verlieren? Den Samba und die tanzenden Frauen zu bewundern, einen Caipirinha auf den süßen, fröhlichen, ewig lachenden Gaucho Ronaldinho zu trinken und 4 Jahre Geduld zu üben, um dann im eigenen Land mit einer neuen ronaldinhohaften, vom alten Netzergeist durchdrungenen neuen deutschen „Fohlenelf“ die Herzen der Welt zu erobern, oder? Darauf, auf wahre deutsche Bescheidenheit und Gelassenheit, ein deutsches Bier! Prost. Mein Tipp: 0:1.

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