Kultur : Kopfskulpturen des Berliner Bildhauers Rainer Kriester

Wie überzeitliche Zeichen einer unbekannten und zugleich vertrauten Kultur wirken die Kopfskulpturen des Berliner Bildhauers Rainer Kriester.Neben monumentalen, oft für die Aufstellung im Freien konzipierten Großskulpturen entstehen parallel auch kleine bis mittelgroße Arbeiten.Eine Auswahl solch handlicher Köpfe von 1982 bis 1998 stellt derzeit die Bildhauergalerie vor (Grolmanstraße 46, bis 27.März).Kriesters Skulpturen aus schwarzem Schiefer, Marmor, Bronze, selten auch Eisenguß behaupten sich auch als Miniaturen (1200 DM bis 19 000 DM).Ein Netz von Einkerbungen überzieht die stilisierten Kopfarchitekturen wie Tätowierungen.Die geometrische Struktur objektiviert.Das Linienmuster unterstreicht die Klarheit der Grundform, lockert ihre archaische Strenge auf und verweist auf eine mythologische, symbolische Gedankenwelt.Anfangs hatten die Köpfe noch Ohren, aber keine Augen.Ihre blinden Gesichter waren verschnürt, verbarrikadiert, in durhstanzte Masken gezwängt und von Nägeln durchbohrt: verletzt-verletzliche Bildzeichen des Menschen, der sich selbst ein Feind ist.In jüngster Zeit bedecken Schriftzeichen und Hieroglyphen winzige Idole und Fetische, etwa die "Afrikanische Stele" von 1998.Es sind janusköpfige Signale einer fremden, entfremdeten Kultur, die stets die unsere meint.Unsere Abbildung zeigt das "Fragment V" aus Marmor aus dem Jahr 1989.

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