Kosovo : Handke und Peymann beschenken serbische Enklave

Eine serbische Enklave im Kosovo erhält derzeit Besuch vom österreichischen Serbien-Liebhaber Peter Handke und dem Intendanten des Berliner Ensembles, Claus Peymann. Mit im Gepäck: Ein Scheck über 50.000 Euro.

Berlin - Der Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, und der Schriftsteller Peter Handke sind in den Kosovo gereist, um einer serbischen Enklave 50.000 Euro zu schenken. Dies teilte das Berliner Ensemble mit. Bei der Summe handelt es sich um das Preisgeld des "Berliner Heinrich-Heine-Preises", der Handke im Februar zuerkannt worden war. Ursprünglich sollte Handke der Heine-Preis der Stadt Düsseldorf verliehen werden, doch wegen der pro-serbischen Haltung des Schriftstellers war es dagegen zu Protesten gekommen. Er hatte daraufhin auf den Preis verzichtet. Private Spender hatten dann die Berliner Auszeichnung gestiftet.

Handke war für die Uraufführung seines neuen Stückes "Spuren der Verirrten" unter der Regie von Claus Peymann am Berliner Ensemble ausgezeichnet worden. Der österreichische Dramatiker ("Publikumsbeschimpfung") hatte damals bereits erklärt, dass er das Preisgeld nicht für sich persönlich verwenden möchte, sondern als Geste verstehe und weitergeben möchte.

Dem Theater zufolge war es in der serbischen Enklave Velica Hoca jahrelang zu Übergriffen auf deren Bewohner gekommen. Ihre Felder seien verwüstet worden, bevor die ständige Militärpräsenz erträgliche Bedingungen geschaffen habe. Heute lebten die serbischen Bewohner meist von Sozialhilfe und den wenigen Erträgen der umliegenden Felder, die ihnen noch geblieben seien. Die meisten jungen Menschen würden die Enklave verlassen. (tso/dpa)

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