Kultur : Krach um Kontrollen bei „Krieg der Welten“

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Der Verband der deutschen Filmkritik hat scharf gegen Restriktionen bei der Berichterstattung über den neuen Steven Spielberg-Film „Krieg der Welten“ protestiert. Der Filmverleih UIP verlangt von Filmjournalisten, eine Erklärung zu unterschreiben, dass keine Kritik vor dem Starttermin am 29. Juni veröffentlicht wird. „Dieses Vorgehen behindert die Presse bei der Ausübung ihrer von der Verfassung garantieren Rechte“. Zudem werde der Eindruck erweckt, dass Journalisten „mit juristischen oder anderen Repressalien“ rechnen müssten, wenn sie der Erklärung zuwider handelten, heißt es in der Verbandsstellungnahme. Das Berliner Stadtmagazin „Tip“ will den Film boykottieren. „Stern“-Redakteur Bernd Teichmann erklärte: „Ich unterschreibe nichts.“

Die Umstände bei der bisher einzigen Presse-Vorführung des Films in Berlin am 14. Juni wertet der Verband als schweren Eingriff in die Arbeitsbedingungen von Filmjournalisten. Tatsächlich war dort eine neue Dimension der Kontrollen erreicht, die vor allem im Vorfeld des Starts amerikanischer Blockbuster üblich geworden sind. So mussten Journalisten Mäntel und Taschen abgeben, teilweise wurden bei den Kontrollen Lippenstifte, Kugelschreiber und sogar Gürtelschnallen inspiziert. Außerdem wurde die Vorstellung mit Sichtgeräten überwacht. „Eine solche Behandlung rückt uns in die Nähe von Verbrechern“, erklärte der Verband.

Der offenkundige Hintergrund der Kontrollen – die Angst vor Raubkopien kurz vor dem Kinostart – sei auch technisch abwegig, heißt es weiter. Schließlich könnten auch „modernste Handys“ nicht aufnehmen, was die Großverleiher befürchten: „publikationsfähige Bilder oder bis zu 120 Minuten deutsche Tonspur für die unerlaubte Synchronisation amerikanischer Raubkopien“. Die Filmverleiher sollten daher von solchen Repressalien Abstand nehmen. Tsp/dpa

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