Kultur : Krawall

Suhrkamp: Hans Barlach lehnt Mediator Naumann ab.

Es geht Schlag auf Schlag beim Kampf um den Suhrkamp Verlag. Nachdem der frühere Kulturstaatsminister Michael Naumann sich am Montag auf Bitten der Ulla und Siegfried Unseld Familienstiftung bereit erklärt hatte, zwischen der Familienstiftung sowie der Suhrkamp-Geschäftsführung und Hans Barlachs Medienholding als Mediator zu fungieren, hat der Minderheitsgesellschafter ihn als Mediator rundheraus abgelehnt. In einem Brief an Naumann schreibt Barlach: „Mit Ihren einseitigen Krawall-Stellungnahmen in der Öffentlichkeit nehmen Sie offen für die Familienstiftung und die Geschäftsführung der Suhrkamp Verlagsgruppe Stellung. Damit machen Sie sich selbst als Mediator ungeeignet.“ Barlach bezieht sich auf ein Interview von Naumann im Deutschlandradio und auf einen Artikel, den der frühere „Cicero“-Chefredakteur einen Tag später in der Monatszeitschrift publizierte. Die vielen öffentlichen Bewertungen, Ratschläge, Spekulationen und Irrtümer Naumanns würden ihn sprachlos machen, so Barlach.

Derweil stellen sich immer mehr Suhrkamp-Autoren auf die Seite von Ulla Berkéwicz und sprechen sich offen gegen Hans Barlach aus. Peter Handke schimpft in der „Zeit“: „Aber da, da ist, nein handelt ein von Grund auf Böser, ein Abgrundböser. Ein Unhold. Und der steht auf dem Boden des Rechts?“ Handke wirft Hans Barlach vor, nach der alleinigen Macht zu streben. Der Ton in der Suhrkamp-Sache, das beweisen Barlachs Brief und Handkes Äußerungen, wird immer schärfer. gbar

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