Kultur : Krista Tebbe ist Berlins neue Kulturstaatssekretärin

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Der Berliner Kultursenator hat seine Staatssekretärin gefunden. Sie heißt, wie schon seit einigen Tagen erwartet wurde, Krista Tebbe - eine Frau aus dem Westen, 52 Jahre alt, seit 1977 Leiterin des Kreuzberger Kunstamtes. Heute heißt ihr Titel "Leiterin des Fachbereichs Kunst und Kultur in Friedrichshain-Kreuzberg". Mit ihrem Chef, dem CDU-Kulturstadtrat Hans-Joachim Kohl, befindet sie sich in einem Rechtsstreit wegen einer angeblichen Intrige. Thomas Flierl kennt Krista Tebbe gut aus der Zeit, in der er selbst Chef des Kulturamts Prenzlauer Berg war. 1990 haben Flierl und Tebbe gemeinsam ein Buch über die Kultur in ihren beiden Bezirken herausgegeben.

Tebbe ist parteilos und gilt als SPD-nah. Außerdem gilt sie als Veteranin der dezentralen Kulturarbeit im Kiez und war eine kulturpolitische Leitfigur im West-Berlin der achtziger Jahre. Wenn über den Mythos Kreuzberg gesprochen wurde, fiel damals immer auch der Name der fantasievollen, resoluten Kunstamtsleiterin. Ehemalige Kollegen klagen allerdings über mangelnde Teamfähigkeit und einen gewissen Hang zu Verspätungen. Später, als das Geld knapper wurde, hörte man nicht mehr viel von ihr. Zu Beginn der rot-grünen Koalition Ende der achtziger Jahre ist Krista Tebbe sogar als mögliche Kultursenatorin gehandelt worden. Sie betonte allerdings bei vielen Gelegenheiten, wie sehr sie an ihrem Kreuzberger Amt hänge.

Die Chemie zwischen Flierl und Tebbe dürfte stimmen. Der Senator hat sich für eine Person entschieden, deren Profil und deren Interessen ziemlich nahe bei seinem eigenen liegen. Kritiker, die vor einer "Verkiezung" der Hauptstadt-Kulturpolitik warnen, werden sich deshalb durch Flierls Personalentscheidung bestätigt fühlen. Die Personalie "Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung" ist noch ungeklärt.

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