Kultur : Ku’damm-Bühnen: Volles Programm vor dem Auszug

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Eigentlich soll es um die nächste Spielzeit gehen. Aber natürlich will jeder wissen, wie es weitergeht mit den Ku’damm-Bühnen. Direktor Martin Woelffer versucht auf der Pressekonferenz erst gar nicht, um den heißen Brei herumzureden. „Ein Signal“ soll das Programm sein, „dass es uns noch gibt.“ Die Berliner wissen das: Rund 230 000 seien in der vergangenen Spielzeit gekommen, Rekord bei den Sprechtheatern. Nur wenige würden sich von der Diskussion um die Zukunft der Bühnen vom Besuch abhalten lassen – wie jener Taxifahrer, der Woelffer kürzlich aufklärte: „Die Theater gibt’s doch nicht mehr, da war doch so ’ne Wahl.“

Der Bürgerentscheid ist zwar gescheitert, „aber er war nicht umsonst“, meint Woelffer. Senat, Bezirk und Investor hätten das Signal verstanden. Im Sommer 2012 will Ballymore das Ku’damm-Karrée mit den beiden Theatern abreißen und später eines davon „im alten Stil“ neu bauen. „Grausam und unfassbar“ wird dieser Tag für ihn sein, so Woelffer. Andererseits müsse man nach vorne schauen. „Sonst hängt man ewig in der Schleife der Vergangenheit fest.“ Wenn der Bauantrag durch ist, würden Verträge gemacht, in denen sich Ballymore verpflichtet, tatsächlich wieder ein Theater aufzubauen.

Die neue Spielzeit also: Im Sommer werden alle Hits noch einmal gespielt. Erste Premiere dann im September: Der Slapstick-Klassiker „Das Ende vom Anfang“. Im Oktober inszeniert Vater Jürgen Woelffer die Uraufführung von „Spätlese“, einer Golden-Girls-Hommage u.a. mit Judy Winter. Die profilierteste Premiere der Saison ist „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ mit Katja Riemann im Dezember. Katharina Thalbachs Inszenierung von „Der Raub der Sabinerinnen“ war die erfolgreichste Produktion der vergangenen Spielzeit, sie wird wiederaufgenommen. Ab Sommer heißt es dann: Ausweichquartier, irgendwo in Charlottenburg. Oder auch nicht. Noch ist alles offen. Deswegen plant Woelffer auch für 2012/13 mit zwei Häusern. Udo Badelt

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