Kultur : Künstlerprotest gegen Rechtsruck in Ungarn

Nach der umstrittenen Verfassungsreform in Ungarn fordern Autoren, Theaterleute und bildende Künstler stärkeren politischen Druck auf die Regierung in Budapest. „Ungarn verwandelt sich unter der Regierung Orbáns in ein Rechtsregime, Europa schaut zu“, heißt es in einer Erklärung, die die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, der Komponist Helmut Lachenmann sowie die Regisseure Ulrich Khuon und Roberto Ciulli unterzeichnet haben. In ihrem Aufruf in der April-Ausgabe der Zeitschrift „Theater der Zeit“ schlagen die Initiatoren einen Kongress „zugunsten eines demokratischen und republikanischen Ungarns“ in Wien vor. Von dort aus solle „eine mächtige Druckwelle der Gegenöffentlichkeit“ ausgehen. Zu den Unterzeichnern gehören auch die Schauspieler Matthias Brandt, Burghart Klaußner und Edgar Selge, die Choreografen Susanne Linke und Johann Kresnik sowie der Schriftsteller Christoph Hein. Das Parlament in Budapest hatte mit der Zweidrittelmehrheit der rechtskonservativen Koalition die Verfassungsänderungen beschlossen. Sie schränken die Befugnisse des Verfassungsgerichts ein und erleichtern es der Regierung, in die Justiz einzugreifen. dpa

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